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GKV

GKV: Kostenübernahme von Rauchentwöhnungs-Therapien

16. November 2011

Die Kosten für die Rauchentwöhnung sollen künftig von den Krankenkassen übernommen werden. Dies fordern zu mindestens viele Arzneimittelhersteller. In der Politik gibt es zu der Kostenübernahme von Nikotinpflastern und weiteren Hilfsmitteln bei der Rauchentwöhnung keine klare Meinung. Da es sich beim Rauchen um eine Sucht wie bei Alkoholismus oder Drogenkonsum handele, ist die Meinung der Arzneimittelhersteller klar. Sie fordern eine Kostenübernahme durch die Kassen.

 

Zeeuw fordert Annerkennung von Tabaksucht als Krankheit

Gerade zu Silvester werden wieder viele Menschen versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören. Allerdings werden es nur 3 von 100 Menschen tatsächlich schaffen, das stinkende Laster loszuwerden. Dies gab Dr. Justus Zeeuw auf einer Pressekonferenz des Bundesverbandes der Arzneimittelhersteller bekannt. Wer jedoch versucht, mit Hilfe von Nikotinkaugummis, Nikotinpflastern oder anderen Hilfsmitteln versucht, von der Sucht wegzukommen, dessen Chancen stehen deutlich höher als die eines kalten Entzuges.  Zeeuw kritisierte dabei außerdem das Verhalten der Politik, das Rauchen nicht als Krankheit anzuerkennen. Bei der Tabaksucht handele es sich genau so um eine Krankheit wie auch bei Alkoholismus oder Drogensucht, gab Zeeuw zu Wort. Daher sollten die gesetzlichen Krankenversicherungen auch entsprechende Programme und Versorgungen für Tabak-Süchtige übernehmen.

 

Kostenübernahme von Entwöhnungstherapien für Raucher

Die Initiative Raucherentwöhnung will im Zuge des Versorgungsstrukturgesetzes erreichen, dass auch Entwöhnungstherapien für Raucher mit in die OTC-Liste aufgenommen werden. Dadurch wäre es den Krankenkassen möglich, Mittel zur Rauchentwöhnung als Leistungen anzubieten. Dies hätte auch für die Krankenkassen große Vorteile: Sie würden damit die Gesundheit ihrer Versicherten fördern und gleichzeitig auch Kosten einsparen, da durch die gesündere Lebensweise auch weniger Kosten für die Krankenkassen entstehen würden.

 

 

Kosten für die Krankenkassen wären minimal

Die Krankenkassen jedoch stehen den Forderungen skeptisch gegenüber. Sie befürchten hohe Kosten, auf denen sie womöglich sitzen bleiben müssten. Wissenschaftler haben jedoch errechnet, dass die jährlichen Kosten für alle gesetzlichen Krankenversicherungen mit 22 Millionen Euro vergleichsweise gering ausfallen dürften. Und diese Zahl wäre nur dann zutreffend, wenn sich alle rund 1,2 Millionen entwöhnungswilligen Raucher einer Therapie stellen würden. Doch längst nicht jeder Raucher ist auch bereit, sich von dem lästigen Laster loszusagen. Insgesamt würden die Kosten für Entwöhnungstherapien mit 22 Millionen Euro nur rund 0,085 Prozent der gesamten Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen ausmachen.

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