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GKV

GKV: AOKen ohne Zusatzbeitrag bis 2013

28. September 2011

Der Zusatzbeitrag wird immer mehr zu einem wichtigen Marketingmittel, da immer weniger Versicherte zu einer gesetzlichen Krankenversicherung wechseln, die aktuell einen Zusatzbeitrag erhebt. Nun gaben am heutigen Mittwoch die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern bekannt, 2012 keinen Zusatzbeitrag erheben zu wollen. Den rund 1,8 Millionen Versicherten bleibt demnach die monatliche Zuzahlung von 8-12 Euro erspart.

 

Zusatzbeitrag als Marketingmittel

Da der normale Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung nicht angehoben werden darf, müssen sich die gesetzlichen Krankenversicherungen mit einem Zusatzbeitrag behelfen. Dieser wird immer dann erhoben, wenn die Zuwendungen aus dem Gesundheitsfond nicht die Ausgaben für Gesundheitsleistungen decken. Dabei wird der Zusatzbeitrag zu einem immer wichtigeren Marketingmittel, denn welcher Versicherte möchte schon gerne zu einer Krankenversicherung wechseln, in den er zusätzlich monatlich einen Betrag von 8-12 Euro entrichten muss? Immer mehr der Zusatzbeitrag-freien  Krankenversicherungen werben daher mit dem Zusatz „Zusatzbeitragsfrei“.

 

AOK Nordost finanziell gut aufgestellt

Die Mecklenburg-Vorpommersche Gesundheitsministerin Manuela Schwesig sprach sich positiv für die gute Entwicklung der AOK Nordost aus. Sie sei durch den Zusammenschluss der AOKen gewachsen und entwickele sich am Markt sehr gut, so die Gesundheitsministerin. Besonderen Dank sprach Schwesig den Angestellten der AOK Nordost aus, die den Zusammenschluss sehr professionell angegangen seien, sodass ein reibungsloser Übergang problemlos möglich war.

 

AOK Sachsen-Anhalt ohne Zusatzbeitrag bis 2013

Nicht nur bis 2012, sondern bis 2013 will auch die AOK Sachsen-Anhalt ohne Zusatzbeiträge auskommen. Eine Ankündigung die auch die Versicherten positiv stimmen dürfte. Die AOK Sachsen-Anhalt sei aktuell finanziell und markttechnisch so gut aufgestellt, dass keine Notwendigkeit eine Zusatzbeitragserhebung bestehe, so AOK Chef Ralf Dralle. Auch das Geschäft mit den Neukunden verlaufe positive, so wechselten seit Jahresbeginn bereits rund 30.000 Menschen in die AOK Sachsen-Anhalt. Das vergangene Jahr verlief so positiv, dass man sogar einen Überschuss erzielen konnte, gab Dralle bekannt.

 

 

Finanzierungssystem nicht zukunftstauglich

Insgesamt besitzt die AOK Sachsen-Anhalt einen regionalen Marktanteil von rund 34 Prozent. Wie auch schon in der Vergangenheit will die AOK ihren regionalen Vorteil nutzen, um die medizinische Versorgung im Land voranzutreiben. Trotz des guten Jahres beklagte auch AOK Sachsen-Anhalt Chef Dralle die Entwicklung des gesetzlichen Krankenversicherungssystems. So seien häufig die Zuwendungen aus dem Gesundheitsfond unzureichend, was in der Zukunft zu einem echten Problem werden könne.  Damit stützt Dralle die Aussage eines Berichts des wissenschaftlichen Beirats, der den gesetzlichen Krankenversicherungen Deckungslücken von bis zu 25 Prozent zuschreibt.

 

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