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GKV

GKV: AOK-Chef kritisiert BKK-System

4. November 2011

Nachdem Anfang des Jahres erst die City BKK ihre Pforten schließen musste, ist mit der BKK für Heilberufe nun bereits die zweite gesetzliche Krankenkasse pleite. Aufgrund rückläufiger Mitgliederzahlen sowie großer Probleme durch den erhobenen Zusatzbeitrag erklärte das Bundesversicherungsamt die Sanierungsversuche der BKK für Heilberufe am Mittwoch für gescheitert. Gesundheitsminister Daniel Bahr mahnte die Krankenkassen noch einmal zur Ruhe und Sorgfalt bei der Aufnahme der Versicherten auf. Ein Chaos wie im Falle der City BKK gilt es in jedem Falle zu vermeiden. Auch das Bundesversicherungsamt will die anderen Krankenkassen in den nächsten Monaten genau im Auge behalten und deren Verhalten gegenüber den Mitgliedern der BKK für Heilberufe nachverfolgen.

 

„Wettbewerb um die Aufnahme der BKK für Heilberufe Versicherten“

Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes Jürgen Graalmann äußerte sich leicht kritisch gegenüber den Fehlern der BKKen. Leicht ironisch kommentierte er den Vorfall um die BKK für Heilberufe: „Er sei froh, dass es mittlerweile einen Wettbewerb darum gäbe, wer den Versicherten der BKK für Heilberufe den herzlichsten Empfang bereite“. Weiterhin kritisierte Graalmann, das es die Versorgerkassen seien, die im Nachhinein die Fehler der Krankenkassen aus dem BKK-System ausbaden müssten. Der AOK-Bundesverband gab unterdessen bekannt, alle Versicherten der BKK für Heilberufe seien herzlich willkommen.

 

BKK-Gemeinschaft muss für Schließungskosten aufkommen

Die Kritik stieß bei den Vorständen der BKKen jedoch nicht so gut auf. Vize-Vorstand des BKK Landesverbands Mitte, Raimund Nossek, wehrte sich gegen Graalmanns Aussage und bezeichnete die AOK als  Krankenkasse, die nur versuche sich zu profilieren, nur weil sie im Wettbewerb um die Versicherten der BKK für Heilberufe diesen als erstes einen Platz angeboten hätte. Nach Aussage von Nossek sei die Aussage Graalmanns völlig unbegründet, da es schließlich das BKK-System sei, welche nun die Kosten für die Schließung der BKK für Heilberufe zu tragen habe. Die gesamten Kosten für die Schließung belaufen sich auf 53 Millionen Euro. Diese Kosten müssen alleine von der Haftungsgesellschaft der BKKen getragen werden, die AOK hingegen habe keinen finanziellen Beitrag zu leisten, argumentierte Nossek.

 

 

Versorgung der Versicherten bis Ende des Jahres gesichert

Der Verband der Betriebskrankenkassen kündigte weiterhin an, die Versicherten der BKK für Heilberufe müssten sich keine Sorgen um ihre gesundheitliche Versorgung machen. Diese werde auch weiterhin in dem erforderlichen Maße durchgeführt. Die Versichertenkarte gelte auch weiterhin bis zum 31.12.2011, erst dann müssten Versicherte die Versichertenkarte ihrer neuen Krankenkasse nutzen.

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