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GKV

GKV 2012: Durchschnittlicher Zusatzbeitrag von 0 Euro

17. Oktober 2011

Jedes Jahr wird in der gesetzlichen Krankenversicherung ein Schätzerkreis gebildet.  Dieser setzt sich aus dem Bundesgesundheitsministerium (BGM), dem Bundesversicherungsamt (BVA) und den verschiedenen gesetzlichen Krankenversicherungen zusammen. Sinn dieses Kreises ist es, die Ein- bzw. Ausgaben des Gesundheitsfonds für das nächste Jahr zu schätzen. Für 2012 verkündete der Schätzerkreis einen kleinen Überschuss, weit unter dem von 2011.

 

Geringer Gesundheitsfond-Überschuss 2012

Zum Ende des Jahres soll der Gesundheitsfond einen Überschuss von 4,4 Milliarden Euro aufweisen. Ein Großteil dieses Überschusses ist allerdings schon verplant. So gehen rund 2 Milliarden Euro für Überschussbeträge von ALG II Empfängern drauf. Der restliche Überschuss werde für die gesetzlich vorgeschriebene Mindestrücklage von 3 Milliarden Euro benötigt. Die Beitragseinnahmen 2011 dürften weiterhin unverändert bei rund 183,4 Milliarden Euro liegen. Nach einer ersten Prognose Anfang des Jahres steigerten sich die voraussichtlichen Beitragseinnahmen um 1,7 Milliarden Euro. Die Höhe der Zuwendung wird ebenfalls unverändert bei rund 178,9 Milliarden Euro liegen.

 

Kein Sozialausgleich 2012

Nach Angaben des Schätzerkreises dürften die Einnahmen des Gesundheitsfonds 2012 bei etwa 185,7 Milliarden Euro liegen. Die Ausgaben dürften in etwa bei 185,4 Milliarden Euro zu liegen. Grundlage für den Sozialausgleich bildet wie immer der durchschnittliche Zusatzbeitrag. Dieser dürfte 2012 bei 0 Euro liegen. Somit hätte 2012 auch kein Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung ein Anrecht auf einen Sozialausgleich. Arbeitnehmer haben auf diesen nur einen Anspruch, wenn der durchschnittliche Zusatzbeitrag über der Belastungsgrenze liegt. Da die Arzneimittelausgaben für nächstes Jahr rund 4,5 Prozent über den aktuellen Ausgaben liegen dürften, dürfte dies ein Grund für den so geringen Überschuss sein. Allerdings erwartet der Schätzerkreis keinen Anstieg der Kosten durch das neue Versorgungsstrukturgesetz. Viele Experten gehen von großen Kosten durch das neue Gesetz aus.

 

 

GKV-Meldeverfahren trotzdem notwendig

Trotz einer Nullrunde 2012 würde das Prozedere rund um die GKV-Monatsmeldung nicht entfallen. Arbeitgeber müssten trotzdem weiterhin ihre monatlichen Entgeltdaten übermitteln. Hauptsächlich gilt diese Regelung für Arbeitnehmer, die neben ihrem Hauptjob noch weitere versicherungspflichtige Einkünfte aus Nebenjobs beziehen. Aufgrund des nicht vorhandenen Sozialausgleiches 2012 hätte die Übermittlung dieser Daten „keinen Sinn“. Arbeitgeber würden so ein Jahr lang Daten melden, die prinzipiell nicht benötigt werden würden.

 

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