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Gesundheit

Gesundheit: Zahl der Alkoholvergiftungen bei Kindern rückläufig

16. Dezember 2011

Präventivmaßnahmen und Aufklärungsversuche bei Jugendlichen und Kindern scheinen erste Wirkungen zu zeigen. So sei die Zahl der mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingelieferten Jugendlichen und Kindern erstmals rückläufig, wie das statistische Bundesamt in Wiesbaden nun bekannt gab.

 

Komasaufen gerät aus der Mode

In der Vergangenheit hatte das sogenannte „Komasaufen“ immer wieder für Schlagzeilen in den Medien gesorgt. Mit groß angelegten Kampagnen an Schulen sollte dieser Modeerscheinung ein wenig der Wind aus den Segeln genommen werden, nun scheinen die Maßnahmen der Regierung erste Wirkungen zu zeigen. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes sank die  Zahl der Jugendlichen und Kinder, die mit einer Alkoholvergiftung in Krankenhäuser eingeliefert werden mussten, erheblich. Allerdings sei dies noch kein Grund „aufzuatmen“, da die Zahl der Fälle immer noch deutlich zu hoch sei, wie ein Sprecher des Amtes zu Wort gab.

 

Junge Mädchen greifen eher zum Alkohol

Bei Kindern im Alter von 10-15 Jahren spiele der Alkohol noch keine große Rolle. Hier gäbe es im Verhältnis nur sehr wenige Fälle, die stationär aufgrund massiven Alkoholkonsums behandelt werden müssten. Hier sind es häufiger Mädchen, die ihre Grenzen austesten würden. Ab 16+ seien es jedoch häufiger die Männer, welche nach einem ausgiebigen Trinkgelage im Krankenhaus landen würden. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes gab es 2009 rund 103 alkoholbedingte Krankenhausaufenthalte je 100.000 Einwohner bei Jugendlichen. 2010 wurden insgesamt rund 26.000 Jugendlich im Alter von 15-20 stationär aufgrund ihres Alkoholkonsums behandelt.

 

 

Zahl der Alkoholvergiftungen bei Erwachsenen steigend

Bei Erwachsenen hingegen ist im Gegensatz zu Jugendlichen ein Anstieg der Krankenhausaufenthalte zu beobachten. So stieg die Zahl der Fälle im vergangenen Jahr um 0,8 Prozent auf 20.684 Aufenthalte pro 100.000 Einwohner. Insgesamt wurden 2010 rund 333.000 Menschen aufgrund ihres Alkoholkonsums stationär behandelt. Im Vergleich dazu: Insgesamt 18,5 Millionen Menschen in Kliniken und Krankenhäusern behandelt. Häufigster Grund war hier eine Herzinsuffizienz.

 

Alkoholmissbrauch sollte nicht unterschätzt werden

Gerade junge Menschen würden Alkohol nicht als Gefahr ansehen, kritisiert Gritli Bertram, Sozialpädagogin aus Hannover. Bereits ab einem Wert von 2,5 bis 3 Promille kann Alkohol bei einigen Menschen zum Tod bzw. zu einer lebensbedrohlichen Situation führen. Um einen Patienten mit einer Alkoholvergiftung zu versorgen, werden die Betroffenen in Krankenhäusern mit Glukoselösungen versorgt, da die Wenigsten bei einer derartig hohen Alkoholkonzentration im Blut noch bei vollem Bewusstsein sind.

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