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Gesundheit

Gesundheit: Kostenübernahme bei künstlicher Befruchtung

13. September 2011

Kann ein Elternpaar keine Kinder bekommen, so ist es mithilfe einer künstlichen Befruchtung der sogenannten In-Vitro-Fertilisation (IVF) möglich, ihnen diesen Kinderwunsch zu erfüllen. Die Kostenübernahme in einem solchen Fall wird nach dem sogenannten Verursacherprinzip vorgenommen. Das heißt, die Krankenkasse, bei dem der Verursacher des „Problems“ versichert ist, kommt für die Kosten auf. Dies gilt für die Kosten der Frau sowie des Mannes. Ob eine der Parteien gesetzlich oder privat krankenversichert ist, spielt dabei keine Rolle.

 

Keine Kostenübernahme bei Erfolgschancen unter 15 Prozent

Bereits in der Vergangenheit beschäftigten sich einige Gerichte mit dem Verursacherprinzip. Das letzte Urteil zu einem solchen Fall wurde durch das Münchener Oberlandesgericht gefällt. Es entschied, dass die private Krankenversicherung auch dann zu einer Übernahme der Kosten verpflichtet ist, wenn ein Ehepaar bereits Kinder hat, sich aber noch weitere wünscht. Eine Verpflichtung für die Krankenkasse entfällt erst dann, wenn die medizinische Erfolgschance einer künstlichen Befruchtung auf unter 15 Prozent sinkt. Häufig ist dies der Fall, wenn das Lebensalter der Frau bereits über 40 liegt.

 

Krankenkasse muss Kosten für Kryo-Befruchtung tragen

Wird in einem Befruchtungsversuch auf bereits konservierte Eizellen zurückgegriffen, so muss die Krankenkasse hierfür ebenfalls die Kosten übernehmen, entschied das OLG München. Dies begründete das OLG mit den wesentlich niedrigeren Kosten für eine sogenannte Kryobefruchtung. Allerdings muss die Krankenkasse nicht die Kosten für ewig viele Befruchtungsversuche zahlen, dass OLG beschränkte die Anzahl der Versuche auf 3. Befruchtungen, die über diesen 3. Versuch hinaus gehen, müssen vom Versicherten selbst getragen werden.

 

Kostenabrechnung nach dem Verursacherprinzip

Das Verursacherprinzip besagt, dass im Leistungsfall die Krankenkasse für die anfallenden Kosten aufkommt, bei dem Verursacher des Problems versichert ist. Sind die Spermien des Mannes nicht kräftig genug, so ist er der Verursacher des Problems und seine Krankenversicherung muss die Kosten für max. 3 Befruchtungsversuche übernehmen. Liegt es umgekehrt an den Eizellen der Frau, so muss die Krankenkasse der Frau die Kosten für die künstliche Befruchtung übernehmen. Ob eine der Parteien gesetzlich oder privat krankenversichert ist, spielt hierbei keine Rolle.

 

 

Kostenübernahme bei unverheirateten Paaren unklar

Dies gilt allerdings bisher nur für verheiratete Paare. Ein Urteil für entsprechend unverheiratete Paare steht noch aus. Außerdem ist es noch nicht klar, ob die Krankenkasse für eine Lagerung von Eizellen bzw. Spermien aufkommen muss. Die Krankenversicherung muss in jedem Fall keine Kostenübernehmen, wenn für die künstliche Befruchtung auf Spendersamen zurückgegriffen werden muss oder die Unfruchtbarkeit der Frau durch eine vorherige Sterilisation zurückzuführen ist.

 

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