zum Inhalt

PKV

Gesetzliche Krankenkassen: Pfändungen bei offenen Zusatzbeiträgen

25. März 2011

 

Viele Kunden von gesetzlichen Krankenkassen zahlen scheinbar momentan ihre Zusatzbeiträge nicht. Nun droht den säumigen Kunden die Pfändung ihrer Wertgegenstände. Einige Krankenkassen sollen die Daten angeblich schon dem nächsten Hauptzollamt übergeben haben. Von den Pfändungen betroffene Kunden können die drohende Vollstreckung abwenden, wenn sie einige wichtige Punkte beachten.


Über 200.000 DAK Kunden im Zahlungsrückstand

Die Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen wurden 2010 eingeführt. Seitdem steigen die Zahlen der zahlungssäumigen Kunden immer weiter. Hiervon sind die Kunden von insgesamt 13 Krankenkassen betroffen. Nun droht einigen hunderttausend Kunden die Pfändung. Alleine bei der DAK sollen über 200.000 Kunden im Rückstand mit ihrer Zahlung von 8€ im Monat sein. Um einer Pfändung auszuweichen, sollten die noch offenen Beträge schleunigst überwiesen und sich mit der Krankenkasse in Verbindung gesetzt werden. Aktuell haben noch nicht alle Kassen Pfändungen gestartet, da dies viel Aufwand benötigt.

Rechtslage ist eindeutig

Das Geld aus dem Gesundheitsfond reicht nicht für alle Krankenkassen, weswegen manche eben diese Zusatzbeiträge erheben. Viele Kunden wechseln aus diesem Grund die Krankenkasse oder zahlen die Beiträge einfach nicht. Die Rechtslage besagt jedoch eindeutig, dass die Mitgliedschaft in einer Krankenkasse mit Zusatzbeiträgen, zur Zahlung der Zusatzbeiträge verpflichtet. Dies gilt auch für Hartz IV Empfänger.

Gehälter und Pensionszahlungen können gepfändet werden

Ist ein Kunde der Zahlung des Zusatzbeitrags über mehrere Monate nicht nachgekommen, so sind die Krankenkassen dazu befugt, die persönlichen Daten an die Hauptzollämter weiterzugeben. Vollstreckungsorgan ist dann das Hauptzollamt im jeweiligen Wohnsitz des Schuldners. Wird den Forderungen des Haupzollamtes auch nicht nachgekommen, so können Gehälter und Pensionszahlungen gepfändet werden.

Pfändungen könnten sich im Monate verschieben

Allerdings gibt es ein Problem: Die Gewerkschaft der Zollbeamten hat angegeben, das momentan bundesweit mehrere tausend Zollbeamten fehlen. Die Schuldeneintreibung könnte sich also um Monate verschieben oder an mangelndem Personal scheitern. Trotzdem sollte man sich nicht darauf verlassen und eine Zahlung der noch offenen Beiträge schleunigst veranlassen.

 

Weitere Artikel aus dieser Kategorie