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Politik

Gesetzliche Krankenkassen können Ausgaben für Medikamente senken

5. Februar 2011

In ihren Plänen für das aktuelle Jahr gingen Ärzte und Krankenkassen von weiter steigenden Arzneimittelkosten in Höhe von ca. 2,5% aus. Tatsächlich jedoch erhöhten sich die Arzneimittelausgaben um lediglich 1,1%, was für die Krankenkassen beträchtliche Minderausgaben bedeutet. Der Deutsche Apothekerverband DAV geht sogar von sinkenden Ausgaben für Medikamente aus und befürchtet in diesem Zusammenhang Einkommensverluste bei Apotheken.

Apotheker leider unter Medikamentenrabatte

Viele Apotheken müssten nach eigenen Angaben mit immer geringeren Einkommen rechnen. Der Grund hierfür sind die vereinbarten Rabatte im Arzneimittelsektor. So könnten zwar die Krankenkassen ihre Ausgaben reduzieren, der Umsatz und somit der Ertrag der Apotheken würde jedoch reduziert. Und dies, obwohl die Apotheker in Deutschland eine flächendeckende Versorgung der Menschen sicherstellen und seit Jahren auf einem hohen Niveau arbeiten.

Deutscher Apotheker Verband kritisiert steigende Abgaben an die Krankenkassen

Laut Angaben des DAV werden die Apotheken einen Betrag von 1,2 Milliarden Euro an die Krankenkassen abführen. Diese Zwangsabschläge haben sich in den vergangenen Jahren stetig erhöht, im Jahr 2010 betrug der Wert von rund eine Milliarde Euro. Die Umsetzung der Rabattverträge mit den Arzneimittelherstellern sorgte für weitere Einsparungen in Höhe von einer Milliarde Euro. Dieser Betrag würde laut DAV im Jahr 2011 deutlich höher ausfallen, da mit Einführung der Gesundheitsreform weitere Rabatte beschlossen wurden.

Apotheker-Honorar per Festpreis pro Packung

Die Einkommenseinbußen der Apotheken seien auch daran zu erkennen, dass trotz gleich bleibender Zahl der ausgestellten Rezepte eine Verringerung der Anzahl an Arzneimittelpackungen zu beobachten sei. Das Apothekerhonorar jedoch bemisst sich am Festzuschlag pro Packung, so dass auch hierdurch niedrigere Einnahmen die Folge sind.

DAV kritisiert Sparwut der Politik auf Kosten der Apotheker

Der Vorsitzende des Deutschen Apotheker Verbandes weist jetzt noch einmal verstärkt auf diese Entwicklung hin und kritisiert diese als unfair. Die „Sparwut“ der Politik sollte in diesem Zusammenhang noch einmal überdacht werden, denn mit weiter sinkenden Einnahmen könnte die aktuell gegebene flächendeckende Versorgung in Deutschland womöglich nicht mehr lange aufrecht erhalten werden.

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