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Politik

Gebührenordnung für Ärzte: GOÄ-Reform könnte sich verzögern

1. Dezember 2011

Erst kürzlich erfuhr die Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) ihre lang erwartete Überarbeitung. Nun soll laut Regierung auch eine Überarbeitung der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) folgen. Diese wurde seit 1996 nicht mehr aktualisiert und beinhaltet daher eine Vielzahl nicht mehr aktueller Behandlungstechniken. Zu einer schnellen Reform der GOÄ dürfte es jedoch nach Ansicht der Bundesärztekammer nicht kommen. Grund dafür ist die Vielzahl der umstrittenen Posten, die eine Änderung bedürfen. Zu mindestens im Falle der Einfachsätze könnte es im Vorfeld eine Einigung geben.

 

Zeitnahe GOÄ-Reform unerlässlich

Auch wenn sich die Beteiligten über den Inhalt der GOÄ-Reform noch nicht ganz einig sind, so ist eins doch sicher, eine Überarbeitung muss schnellstmöglich stattfinden. Eine Umsetzung der Reform sollte laut Bundesärztekammer spätestens bis zur Bundestagswahl 2013 erfolgt sein. Großer Kritikpunkt vieler Ärzte sind die Analogbewertungen der GOÄ. Viele der Punkte seien dermaßen veraltet, dass eine realitätsnahe Honorarberechnung kaum mehr möglich sei. Viele Ärzte fordern daher die Einführung einfacher Einfachsätze für die Honorarberechnung bei neu kalkulierten Leistungen.

 

Schnelle Einigung schwierig

Eine Anpassung an die aktuelle Kostenentwicklung sei unerlässlich für eine fachgerechte Honorarberechnung, sagte auch BÄK-Geschäftsführerin Dr. Regina Klakow-Franke. Eine solide, betriebswirtschaftliche Honorarberechnung müsse daher schnellst möglichst in die GOÄ implementiert werden.  Eine schnelle Reform der GOÄ wird es jedoch nicht geben. Viele Experten rechneten aufgrund des zügigen Voranschreitens bei der Überarbeitung der GOZ mit einem ähnlich schnellen Vorgang bei der GOÄ. Zu viele Verhandlungspunkte lassen die Hoffnung auf eine schnelle Einigung jedoch schwinden. Eine Verabschiedung der GOÄ vor der nächsten Bundestagswahl ist jedoch nur dann möglich, wenn die verschiedenen Parteien sich bereits im Vorfeld einigen können.

 

 

Experten erwarten steigende Arzt-Honorare

Bereits bei der GOZ befürchteten viele Experten eine massive Erhöhung der Zahnarzt-Honorare. Insgesamt sollen diese im Zuge der GOZ um rund 6 Prozent angehoben worden sein. Ein ähnliches Bild erwarten viele Experten nun auch bei der GOÄ-Reform. Auch bei den Ärzten wurde der Ruf nach einer Honorarerhöhung immer lauter. Dies sei jedoch nicht das Ziel der Reform, stellte Klakow-Franck klar. Die neue GOÄ werde lediglich um eine Vielzahl von Einzelleistungen erweitert. Die Abrechnung soll so, trotz mehrerer Abrechnungsposten, mit weniger Kennziffern auskommen können.

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