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Demenz

G8 Gesundheitsminister wollen Demenz Patienten helfen

12. Dezember 2013

Hilfe für Demenz Patienten und ihre Familien

Die G8 Gesundheitsminister berieten über Hilfen für Demenz Patienten

Die Gesundheitsminister der G8 Staaten hielten am gestrigen 11. Dezember in London eine Sondergipfel zum Thema Demenz ab. Ziel sollte es sein, die Unterstützung der rund 44 Millionen Demenz Patienten und ihren Angehörigen zu intensivieren und ihre Lebenssituation nachhaltig zu verbessern.

Außerdem standen Diskussionen darüber, wie die Forschung und Vorbeugung des schleichenden Gedächtnisverlustes optimiert und die Betroffenen wieder in die Mitte der Gesellschaft zurückgeholt werden können. Der G8 Gipfel einigte sich letztendlich auf eine Strategie zum gemeinsamen Vorgehen gegen die Krankheit und ihre Auswirkungen.

Zahl der Demenzkranken wächst weltweit

„Noch nie wurde dem Thema Demenz so eine hohe politische Priorität gegeben“ stellten die Herausgeber der Fachzeitschrift „Lancet Neurology“ fest. Angesichts der momentanen Ausbreitung der Krankheit und der oftmals fatalen Situation von Betroffenen und ihren Familien war es, man muss es offen sagen, auch höchste Zeit: Bereits jetzt beträgt die Anzahl der Demenz- und Alzheimerpatienten weltweit rund 44 Millionen, Tendenz steigend. Allein in der Bundesrepublik Deutschland sind inzwischen knapp 1,4 Millionen Menschen erkrankt. Ein Handlungsbedarf für die Politik ist damit mehr als gegeben.

Premierminister Cameron patzt bei Eröffnungsrede

Das mehr als löbliche Ziel des G8 Gipels geriet jedoch gleich zu Beginn ein wenig in den Hintergrund, als ausgerechnet dem Gastgeber, der britische Premierminister James Cameron, bei seiner Eröffnungsrede ein bedenklicher Missgriff unterlief. Cameron, der Gesundheitspolitiker, Vertreter der Pharmaindustrie und Wissenschaftler aus allen Teilen der Welt zum Demenz Gipfel nach London eingeladen hatte, bezeichnete Demenz in seiner Ansprache als „… die Pest des 21. Jahrhunderts“.

Auch wenn der britische Premier damit sicherlich nur die Dringlichkeit von Maßnahmen, die Betroffenen und ihren Angehörigen helfen sollen, unterstreichen wollte – sein Vergleich erlegt ihnen ein erneutes Stigma auf. Denn wie man weiß, wurden Pestkranke im Mittelalter von der Gesellschaft isoliert: Nachbarn, Familie und Freunde hielten sich fern von ihnen und ließen sie allein in ihren Häusern zum Sterben zurück. Patienten und Angehörige reagierten auf Camerons Pest-Vergleich erwartungsgemäß empört.

G8 Gipfel einigt sich auf gemeinsames Vorgehen gegen Demenz

Trotz des recht peinlichen Auftakts konnte letztlich auf dem G8 Sondergipfel doch viel bewegt werden. Die Gesundheitsminister einigten sich auf einen gemeinsamen „Fahrplan“ zum Kampf gegen die Krankheit. So sollen die Forschungen zur Vorbeugung und Therapie von Demenz ausgebaut und von den einzelnen Staaten finanziell deutlich mehr gefördert werden. Zudem werden die Gesundheitsminister der G8 Staaten zukünftig alle zwei Jahre zusammenkommen, um über den jeweiligen Stand in ihren Heimatländern zu berichten und weitere Maßnahmen zu beschließen.

Großteil der Demenzkranken wird zu Hause gepflegt

In Deutschland werden rund 80 Prozent der Demenz Patienten zu Hause gepflegt, in den meisten Fällen durch nahe Angehörige. Hierbei zeigt sich jedoch eine gefährliche Wechselwirkung zwischen der Erkrankung und dem psychischen Befinden der pflegenden Anverwandten: Studien haben gezeigt, dass 60 Prozent der Menschen, die einen Verwandten mit der Diagnose Demenz bzw. Alzheimer pflegen, im Laufe der Jahre eine Depression entwickeln. Gleichzeitig ist aber auch deutlich geworden, dass sich der Zustand von Demenz- und Alzheimerpatienten, die aus ihrem häuslichen Umfeld heraus in ein Pflegeheim verlegt werden, merklich verschlechtert.

Das Stigma des Gedächtnisverlustes überwinden

Neben dem rein medizinischen Vorgehen gegen die Demenz rückt in diesem Zusammenhang jedoch noch ein anderer, vor allem gesellschaftlich wichtiger Punkt in den Vordergrund: Wie sich zeigt, ziehen sich Betroffene und ihre Familien nämlich im Laufe der Zeit immer mehr von der Außenwelt zurück, weil Demenzpatienten und ihren Familien aus Sicht der Gesellschaft auch heute noch ein Makel anhängt. Dies führt zu Vereinsamung, Mutlosigkeit und Depression. Aus diesem Grund ist es immanent wichtig, die Betroffenen besser in die Gesellschaft zu integrieren, statt sie zu Hause zu verbergen. Siehe dazu auch die private Pflegeversicherung in Deutschland

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