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Politik

Finanz-TÜV: Stiftung Warentest prüft künftig Finanzprodukte

15. März 2012

In vielen Bereichen der Finanzwelt ist der Ruf nach mehr Transparenz groß. Aus diesem Grund soll die Stiftung Warentest hier künftig als eine Art Finanz-TÜV fungieren und die verschiedenen Dienstleistungen und Produkte der Finanzwelt genauer unter die Lupe nehmen. Unterstützt wird sie dabei von der Regierung, die jährlich 1,5 Millionen Euro in die Stiftung Warentest investieren will.

 

Verbraucher wollen mehr Transparenz

Der Wunsch nach mehr Transparenz wird immer größer. Dies bestätigt auch das hohe Interesse der Verbraucher an Testberichten und Ratings. Viele Informationen sind häufig für Verbraucher unzugänglich und lassen sich nur aus Testberichten entnehmen. Genau hier soll die Stiftung Warentest ansetzen und mehr Licht ins Dunkel des Finanzsektors bringen. Ursprünglich war es geplant, dass von der Regierung eine eigene unabhängige Stiftung auf die Beine gestellt werden sollte, diese Pläne scheinen jedoch mittlerweile verworfen zu sein.

 

Experten kritisieren Höhe des Budgets

Unterstützt werden soll die Stiftung Warentest mit insgesamt 1,5 Millionen Euro im Jahr. Jedoch erscheint diese Summe vielen Experten und Politikern als zu gering. Insgesamt gäbe es am Markt rund 800.000 verschiedene Finanzprodukte, da sei es unmöglich diese alle mit einem Budget von 1,5 Millionen Euro jährlich zu prüfen, lautet der Vorwurf. Verbraucherministerin Ilse Aigner jedoch versprach den Verbrauchern durch den Einsatz der Stiftung Warentest als Finanz-TÜV mehr Transparenz. Auch im Bereich der privaten Krankenversicherung könnten somit in den nächsten Monaten ausführlichere Tests als bisher folgen.

 

 

Alternativen zur Stiftung Warentest

Neben der Stiftung Warentest gibt es jedoch auch noch einige weitere Testinstitutionen und Ratingunternehmen, die regelmäßige Tests und Ratings zur PKV durchführen. Dazu gehören unter anderem die Assekurata, der map-Report sowie die Ratingagentur Franke & Bornberg. Ein zentrales Prüfunternehmen für den Finanz-Bereich fehlte jedoch bisher gänzlich. Ob die Stiftung Warentest ihrer Rolle hier gerecht wird und ob das von der Regierung zur Verfügung gestellte Kapital ausreicht, dürfte sich dann in den nächsten Monaten zeigen.

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