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Politik

Falsche Rechnungen: Rechnungshof rügt Krankenhäuser

15. April 2011

Rechnungshof übt Kritik an Krankenhausrechnungen

Die Ausgaben im Gesundheitswesen steigen immer weiter. Daran schuld sind nicht nur ambulante Behandlungskosten – auch im stationären Bereich wird mehr Geld ausgegeben. Der Bundesrechnungshof hat jetzt Abrechnungen aus Krankenhäusern scharf kritisiert. Demnach ist rund ein Drittel der Abrechnungen falsch oder fehlerhaft. Eine Tatsache, die mit Sicherheit den Befürwortern neuer gesetzlicher Regelungen Argumente in die Hand gibt.

 

Millionen falsch abgerechnet

Rund 30 Prozent der Abrechnungen aus deutschen Krankenhäusern sind falsch. Zu diesem Urteil kommt der Bundesrechnungshof. Und legt auch noch eine Zahl nach. Durch die falschen Abrechnungen haben die Krankenkassen einen dreistelligen Millionenbetrag zuviel an die Kliniken gezahlt. Es geht konkret um die Summe von 875 Millionen Euro. Wie hoch die tatsächliche Dunkelziffer ist, muss offenbleiben.

 

Die Zeche für zu hohe Rechnungen aus den Krankenhäusern zahlen nicht nur die gesetzlichen und privaten Krankenkassen. Vielmehr sind es die Patienten bzw. Beitragszahler, die zur Kasse gebeten werden. Jeder Euro, der durch fehlerhafte Krankenhausrechnungen ausgegeben wird, muss am Ende durch höhere Beiträge wieder eingenommen werden. Schuld an dem Dilemma ist aber nicht zwingend Absicht, sondern das Abrechnungssystem

 

Schwerwiegende Abrechnungsfehler

Das System, nach dem die Leistungen im Krankenhaus berechnet werden, basiert auf mehreren zehntausend Diagnosen und Therapien. Eine Tatsache, die Fehler wahrscheinlicher werden lässt. Mit schwerwiegenden Folgen. Denn eine falsche Kodierung der Leistungen hat im Ernstfall finanzielle Konsequenzen. Daher fordern einige Experten ein transparenteres Abrechnungssystem.

Parallel werden aber auch Stimmen laut, die eine stärkere Sanktionierung der Krankenhäuser fordern. Bislang müssen Kliniken im Fall fehlerhafter Rechnungen kaum ernste Konsequenzen fürchten. Einzig die Rückzahlung des fehlerhaft erhobenen Betrags belastet deren Bilanz. Es fehlt daher der Antrieb, etwas am eigenen Abrechnungsverhalten innerhalb der Krankenhäuser zu ändern.

 

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