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PKV

Experten der privaten Krankenversicherung sprechen über die geplanten Änderungen

3. April 2014

Bleiben die PKV in dieser Art erhalten?

Bleiben die PKV in dieser Art erhalten?

Rund um die private wie gesetzliche Krankenversicherung gibt es schon seit geraumer Zeit Diskussionen. Thema sind die Vorteile des betrieblichen Gesundheitsmanagements, die Mitnahme der Altersrückstellungen und die Bürgerversicherung. Wie sehen das die Experten der PKV? Welche Pläne sind vom Tisch, und welche werden weiterverfolgt?

 

Wegfall der Steuerfreigrenze in der betrieblichen Altersversicherung

Zum Jahresbeginn ist die steuerliche Freigrenze von 44 Euro für die betriebliche Krankenversicherung weggefallen. Problematisch ist dies, sofern die Freigrenze als Verkaufsargument galt. Doch im Mittelpunkt stehen sollte eigentlich der qualitative Mehrwert einer solchen Lösung, wie das Binden der Arbeitnehmer an das Unternehmen. Denn dies steht immer mehr im Vordergrund – vor allem, seit Fachkräfte immer stärker gesucht werden.

Die Vorteile der betrieblichen Krankenversicherung

Grund für die verhaltene Reaktion ist sicher auch, dass viele Arbeitgeber wie Arbeitnehmer die Vorteile nicht richtig einschätzen, die ein solcher Vertrag mit sich bringt. So zum Beispiel eine Behandlung wie ein Privatpatient oder auch ein Einzelzimmer bei einem Krankenhausaufenthalt.

Wie Studien zeigen, lohnt sich die betriebliche Krankenversicherung für die Unternehmen. Denn die Kosten werden wieder eingespart, wenn es um die krankheitsbedingten Ausfälle geht. Auch das Image dürfte nur gewinnen.

Lohnen Tarifwechsel bei der PKV?

Das Wechselrecht in der PKV ist ebenfalls ein großes Thema bei den Versicherern. Mehr Transparenz wäre der Branche zu wünschen. Denn damit wäre auch den sogenannten Wechselberatern, die derzeit viel Geld abzocken, der Wind aus den Segeln genommen. Aber im Großen und Ganzen, so die Experten, hat die Wechselwelle ihren Höhepunkt schon 2013 überschritten. Derzeit sind hochwertige Tarife gefragt. Dafür müssen Spezialisten entsprechend ausgebildet werden.

Die Mitnahmemöglichkeit der Altersrückstellungen wird bei den PKVs kritisch gesehen. Doch man geht davon aus, dass dies verfassungsrechtlich ohnehin nicht durchführbar wäre. Die derzeitige Regelung zum Thema ist von Versicherungsseite her machbar – aber eine generelle Mitnahme wäre fatal.

Was ist aus der Idee der Bürgerversicherung geworden?

Die Vertreter der Versicherungen sagen: die Bürgerversicherung schafft eine Zweiklassengesellschaft, weil sie nur einen geringen Regelschutz bietet und dann zusätzliche Privatversicherungen abgeschlossen werden müssen. – doch, ist dies nicht heute auch so?-

Beispiel Niederlanden

Von den PKVs gern angeführt wird das Beispiel der Niederlanden. Hier wurde die private Krankenversicherung abgeschafft. Die Leistungen sind geringer geworden und die Beiträge angestiegen. In der Folge wurden viele Leistungen in Deutschland in Anspruch genommen, da sie hier preiswerter waren als zu Haus.

Sinkende Leistungen

Viele Patienten berichten, dass die Leistungsbereitschaft der PKVs stark abgenommen hat und Rechnungen nicht übernommen werden, die bisher ohne Nachfrage beglichen worden sind. Nach Meinung der Experten handelt es sich dabei allerdings um Einzelfälle. Angeblich gilt nach wie vor der Grundsatz der medizinischen Notwendigkeit.

Was die gesetzlichen Vorgaben in der Zukunft bringen, vermag niemand zu sagen. Jedoch halten die Experten daran fest, dass es sinnvoll ist, Krankenkassen für besser Verdienende und die mit geringem Einkommen zu teilen und das bisherige Modell beizubehalten. Prinzipielle Umwandlungen wie die Bürgerversicherungen scheinen vom Tisch.

 

 

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