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Neue eGK für Kassenpatienten

eGK: Elektronische Gesundheitskarte 2014 Pflicht

27. Januar 2014

Vorteile und Nachteile elektronische Gesundheitskarte

Die eGK bringt Versicherten Vor-, aber auch Nachteile

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) für Versicherte einer gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist zum 01. Januar 2014 eingeführt worden.

Die eGK soll die bisherige Krankenversicherungskarte ersetzen und sowohl Versicherten als auch Ärzten viele Verbesserungen bringen. Einerseits sind die angestrebten Verbesserungen sehr begrüßenswert, andererseits schlagen einige Datenschützer Alarm, da die eGK zu wenig Schutz für die empfindlichen Patientendaten biete.

Die Redaktion unseres Verbraucherportals hat sich intensiv mit der neuen elektronischen Gesundheitskarte auseinandergesetzt – lesen Sie, welche Vorteile die neue Karte bringt und was in Bezug auf mögliche Nachteile, insbesondere beim Datenschutz, zu beachten sind.

Wann wird die eGK zur Pflicht?

Im Vorfeld der Einführung der neuen eGK war es bei einigen Versicherten zu Irritationen gekommen.

Manche gesetzliche Krankenkasse hatte nämlich Schreiben an ihre Mitglieder versandt, in denen irrtümlich behauptet wurde, dass die eGK bereits ab dem 01. Januar diesen Jahres zur absoluten Pflicht werde, also kein Arzt mehr Patienten ohne die Vorlage der neuen Karte behandeln werde. Dies ist so natürlich nicht korrekt, vielmehr reicht noch bis zum 30. September 2014 die Vorlage des alten „Krankenkassen Kärtchens“ beim Arzt aus.

eGK nur mit Lichtbild des Versicherten

Erst ab dem 01.10.2014 wird also die neue eGK zur Pflicht, Versicherten einer GKV, die noch über keine eGK verfügen, ist es trotzdem dringend zu empfehlen, sich schnellstmöglich um eine solche Karte zu bemühen. Hierbei ist zu beachten, dass zur Ausstellung der eGK durch die Krankenkasse die Einreichung eines Passbildes unumgänglich ist. Denn die Richtlinien zur eGK sehen vor, dass auf der Karte zwingend ein Lichtbild des Versicherten aufgedruckt sein muss.

Weitere Neuerung durch die eGK

Doch das aufgedruckte Lichtbild des Versicherten zu seiner Identifikation bei Ärzten und in Apotheken, bietet die elekronische Gesundheitskarte viele neue Funktionen und eröffnet Ärzten und Apotheken viele neue Möglichkeiten für eine verbesserte Zusammenarbeit. So sollen beispielsweise in Zukunft Arztbriefe oder Rezepte auf der eGK abgespeichert werden. Dieses papierlose Verfahren spart natürlich Zeit und Kosten. Auch die direkte Verfügbarkeit von Patientendaten und den Abruf von früheren Untersuchungsergebnissen sowie Diagnosen des Patienten sollen für den aktuell behandelnden Arzt direkt verfügbar gemacht werden.

Die neue eGK kann im Ernstfall Leben retten – ein Beispiel

Ein großes Argument für die Vorteile der neuen eGK liegt darin, dass die Karte im Ernstfall Leben retten kann. Dies ist auch durchaus richtig: Nehmen wir beispielsweise an, dass ein nicht ansprechbarer Patient in die Notaufnahme eines Krankenhauses eingeliefert wird. Den anwesenden Ärzten sind naturgemäß Daten wie beispielsweise die Blutgruppe des Patienten, mögliche Unverträglichkeiten betreffend Medikamenten oder Vorerkrankung völlig unbekannt. Diese Informationen müssen erst eingeholt werden, was Zeit kostet – mit der eGK hingegen wären sie im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Mausklick verfügbar.

Kritik an der eGK reisst nicht ab

Doch auch wenn das obige Beispiel sehr für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte spricht, auch die Kritik an der eGK will nicht verstummen. So üben Datenschützer massive Kritik daran, dass auf der eGK das geballte Wissen über den einzelnen Patienten verfügbar ist. Für Datendiebe wäre es relativ leicht, sich von einer entwendeten Karte die empfindlichen Daten des Versicherten zu kopieren. Auch kann mit Hilfe der Patientendaten die Krankengeschichte des Versicherten leicht nachvollzogen und Informationen über die ihm im Laufe der Jahre verordneten Medikamente gesammelt werden. Solche Daten sind natürlich für manche Industriezweige von großem Wert.

Mehraufwand durch elektronische Gesundheitskarte

Doch auch in den einzelnen Arztpraxen und Apotheken sorgte die elektronische Gesundheitskarte zunächst für einigen Aufwand: So mussten für die neuen Karten zunächst einmal die passenden Lesegeräte gekauft und eingerichtet sowie erste Anfangsschwierigkeiten mit dem neuen System überwunden werden. Ein Mehraufwand, der in vielen Praxen für Unmut sorgte.

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