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Politik

Einführung der elektronischen Gesundheitskarte bis Ende 2011 erwartet

4. Februar 2011

Die neue elektronische Gesundheitskarte, die bereits vielfach angekündigt wurde, soll nun doch noch in diesem Jahr eingeführt werden. Dies hat die Regierung nun beschlossen. Bis Ende 2011 sollen demnach mindestens 70.000 Versicherte mit dieser neuen Karte ausgestattet werden. Der Grund für diese Eile ist die drohende Kürzung von Zuschüssen aus dem Gesundheitsfonds, der die Finanzierung der Karte übernommen hat.

Elektronische Gesundheitskarte weiterhin umstritten

Experten hatten bislang die Einführung einer neuen elektronischen Gesundheitskarte strikt abgelehnt, da sie für die Versicherten kaum nennenswerte Vorteile bringt, die Einführung der Karte gleichzeitig aber mehrere Millionen Euro verschlingt. Zudem wird die Datensicherheit der Karte bezweifelt, so dass die Patientendaten als nicht mehr sicher angesehen werden können. Welche Daten im Detail auf der Karte gespeichert werden, steht zwar noch nicht fest, im Gespräch ist jedoch, neben den persönlichen Daten der Karteninhaber sowie den Daten zur jeweiligen Krankenkasse auch Notfalldaten und Krankheitsverläufe zu speichern. In den folgenden Jahren sollen sogar Rezeptdaten auf den Karten gespeichert werden können. Vorteilhaft ist lediglich, dass die Karte nicht mehr von Fremden missbraucht werden kann, da nun das Foto des Versicherten auf der Karte zu sehen ist.

Ärzte und Krankenkassen lehnen elektronische Gesundheitskarte weiter ab

Kritik an der Gesundheitskarte kommt sowohl von der Ärzteschaft wie auch von den gesetzlichen Krankenkassen. So sei es notwendig, die Ärzte und Krankenhäuser mit entsprechenden Lesegeräten auszustatten, die neben der Ausgabe der Karte an die Versicherten ebenfalls hohe Kosten verursachen. Einige Kritiker sehen hierin einen Vorteil der IT-Industrie, die hiermit hohe Gewinne generieren kann.

Bundesregierung hält an der Einführung fest

Dennoch wird die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte seitens der Bundesregierung sowie der deutschen Ärztekammer verteidigt. Durch die detaillierten Patientendaten auf der Karte sei es künftig leichter möglich, Behandlungen auch außerhalb der Sprechzeiten des Arztes durchzuführen und dabei wichtige Informationen zu Vorerkrankungen und eventuellen Medikamenten-Unverträglichkeiten zu erlangen.

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