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Sind Lebensversicherungen attraktiv?

Die Lebensversicherer im Test 2015

24. Februar 2015

Die Lebensversicherer im Test 2015

Lebensversicherungen im Test

Alljährlich untersuchen unabhängige Tester die Qualität von Lebensversicherungen bzw. deren Anbieter. Auch in 2015 geht es wieder um die Kundenzufriedenheit und die Bestandssicherheit sowie weitere Kriterien.

78 Anbieter wurden verglichen – mit teils erschreckenden Ergebnissen. Vor allem eine Verschlechterung zum Vorjahr fällt auf. Denn damals gab es noch 10mal die Note „sehr gut“, während es in diesem Jahr nur noch einmal die Bestnote gab.

Test von €uro 3/2015: die Lebensversicherungen sind nicht so schlecht wie ihr Ruf

Der größte Teil der Anbieter bewegt sich nach dem Ranking im Mittelfeld. 42 konnte man das Urteil „gut“ vergeben, 32 mal ein „befriedigend“. Drei Anbieter müssen sich mit einem „ausreichend“ zufrieden geben.

Was wurde bei den LV-Policen getestet?

Um einen solchen Vertrag bewerten zu können, sollte man Verschiedenes einfließen lassen. So geschehen beim aktuellen Test, bei dem es um:

  • Kundenzufriedenheit geht, die mit 10% ins Ergebnis einfloss,
  • Finanzkraft,
  • Performance und
  • Bestandssicherheit, die je mit 30% das Ergebnis beeinflussen.

Folgende Lebensversicherer schlossen im Test gut ab:

  • Europa (mit sehr gut)
  • Allianz (gut)
  • Hannoversche (gut)
  • Debeka (gut) und
  • Targo, ebenfalls „gut“.

Der Lebensversicherung-Vergleich

Traurig ist, dass sich viele Unternehmen zum Vorjahr verschlechtert haben. Auch andere Tester haben aktuell Lebensversicherungsrankings herausgegeben. So der Map-Report, wobei 6 Unternehmen untersucht wurden. Und zwar solche, die kürzer als 30 Jahre in der Branche tätig sind. Ein anderes Ranking hatte es sich zum Ziel gemacht, die älteren Unternehmen zu prüfen.

Fazit: die jüngeren Anbieter haben es schwerer. Bei den „Jungen“ heißt der Testsieger „WGV-Schwäbische Lebensversicherungs AG“. Gleich dahinter liegt die „Neue Bayrische Beamten Lebensversicherungs AG“. Dass nicht mehr Unternehmen ins Ranking einflossen liegt daran, dass diese nicht teilnehmen wollten.

Das Lebensversicherungsreformgesetz

Seit Augst 2014 geht es immer wieder um das o.g. Gesetz, welches zum Ziel hat, die Leistungen der Unternehmen fair und stabil für die Versicherungskunden zu halten. Denn die Niedrigzinsphase hat den Versicherungen schwer zugesetzt und auch in der Beliebtheit einen krassen Rückgang bewirkt. Die einmal gegebenen Garantien für Überschüsse können nicht alle Versicherungen problemlos einhalten. Die Regelungen des Gesetzes sichern diese Garantien zwar gegenüber den Versicherten, doch wer neu abschließen will, überlegt sich das genau. Denn lukrative Geldanlage sieht anders aus.

Ein aktuelles Urteil vom BGH

Immer wieder beschäftigen Lebensversicherungsverträge die Gerichte. Jüngst wieder den Bundesgerichtshof, als es um die Frage ging, wie viel Geld einem Versicherten zusteht. Denn nach Ansicht der Verbraucherschützer werden die Kunden nicht ausreichend an den Bewertungsreserven beteiligt. Für jeden einzelnen kann dieses Urteil ein paar Hundert oder auch Tausend Euro mehr bedeuten. Für die Versicherer geht es dabei um Milliarden.

Die stillen Reserven

Die sogenannten stillen Reserven bei der Lebensversicherung werden normalerweise zu einem gewissen Teil den Kunden zugesprochen. Sie sind der dritte Teil der Leistung neben den eingezahlten Beiträgen und der Überschussbeteiligung. Nach üblicher Gesetzeslage ist die Hälfte der Bewertungsreserven üblich – ist das zu wenig?

Der Fall

Der Fall, der jetzt vor dem BGH gelandet ist, behandelt einen Fall, bei dem der Versicherte bei Auszahlung seiner Lebensversicherung mehrere hundert Euro zu wenig erhalten hatte, weil die Bewertungsreserven mit der Überschussbeteiligung verrechnet worden sind. Die Versicherung, in diesem Fall die Allianz, glänzt nicht gerade mit transparenten Übersichten, wenn es um die Gelder geht.

Die Klage des Versicherten hatte bisher in den vorigen Instanzen keinen Erfolg gehabt. Per Revision muss nun der BGH entscheiden. Doch das Urteil ist weit mehr als das Ergebnis eines Rechtsstreits. Denn es wird Signalwirkung haben für die gesamte Versicherungsbranche. Kunden, deren Verträge vor 2008 abgeschlossen wurden, hätten eventuell Anspruch auf eine Nachzahlung.

Das Urteil

Ein Schlag ins Gesicht der Verbraucherschützer: die Versicherer müssen auch künftig weder eine höhere Beteiligung an die Kunden zahlen, noch die Berechnungen offen legen.

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