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Krankenzusatzversicherung

Die Krankenversicherung im Ausland

24. März 2014

Medikamente im Ausland

Medikamente im Ausland

Um den Schutz der Krankenversicherung im Ausland zu haben, muss für nicht EU-Länder eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen werden. Dies kann für eine bestimmte Reise ebenso geschehen wie dauerhaft für das ganze Jahr, wenn jemand viel auf Reisen ist. Doch Vorsicht: nicht alles ist im Versicherungsschutz enthalten.

Die Krankenversicherung für das Ausland zahlt verschiedene Kosten, wie zum Beispiel den Rücktransport nach Hause, je nach Bedingungen. Doch eines ist allen diesen Versicherungsbedingungen gleich: sie treten ein, wenn das versicherte Ereignis plötzlich und unvorhersehbar eintritt. Also die Krankheit oder der Unfall den Versicherten während des dortigen Aufenthaltes ereilen.

Leistungsausschluss

Immer wieder zu Streitfällen führt es dagegen, wenn während des Auslandsaufenthaltes Krankheiten behandelt werden müssen, die schon zuvor bestanden, oder Medikamente nötig werden, die schon länger eingenommen wurden.

Urteil des Landgerichtes Detmold

Ein vorliegender Fall hat nun das Landgericht in Detmold beschäftigt. Unter Aktenzeichen 10 S 229/11 wurde am 26.2.2014 entschieden: wenn der Versicherte im Ausland Medikamente verschrieben bekommt, die er schon vor dem Reiseantritt in Deutschland regelmäßig einnehmen musste, so kann diese Leistung nicht von der Auslandskrankenversicherung verlangt werden.

Der Fall

Der Versicherte war in Spanien im Urlaub gewesen und hatte dort einen Sonnenstich erlitten. Die daraus folgenden Beschwerden waren hoher Blutdruck, Durchblutungsstörungen und Herzschmerzen. Behandelt wurde er von einem Allgemeinmediziner. Die Besuche des Arztes sowie die Medikamente, die dort verschrieben wurden, summierten sich auf eine Rechnung in Höhe von rund 1.000 Euro.

Ablehnung der Versicherung

Die Auslandskrankenversicherung lehnte die Übernahme dieser Kosten ab, weil auf der Rechnung weder ersichtlich gewesen sei, wie sich der Betrag zusammensetzt, noch warum insgesamt 7 Hausbesuche erforderlich gewesen waren. Doch nach Meinung des Versicherten waren die Belege aussagekräftig genug und Nachforschungen und das Beschaffen weiterer Belege nicht zumutbar.

Der Versicherte klagte

Die Ablehnung der Versicherung, die Zahlung zu übernehmen, konnte der Versicherte nicht hinnehmen. Er zog vor Gericht. Zunächst vor das Detmolder Amtsgericht, was seine Klage weitestgehend abwies. Eine Revision vor dem Landgericht schloss sich jedoch der Auffassung des Klägers an, und befragte sogar den eigens aus Spanien angereisten Arzt. Dieser bestätigte die Vielzahl an Hausbesuchen.

Gutachten erforderlich

Ein Sachverständiger kam zu dem Schluss, dass die Angaben des Arztes und des Versicherten korrekt waren und auch die Medikation, die Anzahl der Hausbesuche und alle erbrachten Leistungen nötig gewesen waren.

Wie sieht es mit der Höhe der Forderung aus?

Die Höhe der Kosten allerdings störten auch die Richter des Landgerichts. Daher wurde von der Versicherung verlangt die Kosten so zu erstatten, als hätte die Behandlung in Deutschland stattgefunden. Dem Versicherten stand es frei nachzuweisen, dass die in Spanien verlangten Kosten nicht überhöht sein, was dieser jedoch nicht konnte oder wollte.

Medikamente schon vor der Reise eingenommen

Die Medikamente muss der Anbieter der Auslandskrankenversicherung nicht zahlen. Denn schon vor Antritt der Reise musste der Kranke in Deutschland entsprechende Medikamente einnehmen und so sei der Vorgang des unvorhersehbaren Ereignisses nicht gegeben. Daher entschied das Gericht, dass die Kosten der Arzneien nicht übernommen werden müssen.

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