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GKV

Die Befreiung von der Zuzahlungspflicht in der GKV

26. Februar 2014

Zuzahlungen müssen nicht endlos geleistet werden

Zuzahlungen müssen nicht endlos geleistet werden

Wer gesetzlich versichert ist, hat mehr als seinen monatlichen Krankenkassenbeitrag zu entrichten. Denn Medikamente, Hilfsmittel und diverse Behandlungen bedürfen der Zuzahlung aus eigener Tasche. Meist sind es 10 %, die verlangt werden – die Summe ist mitunter gedeckelt. Doch wer viele solcher Zuzahlungen leisten muss, ist schnell finanziell am Ende seiner Leistungsfähigkeit. Deshalb kann man sich von der Krankenkasse befreien lassen. Doch wie geht das?

Die Belastungsgrenze für Versicherte

Wer ab und an Medikamente braucht, oder zur Physiotherapie geht, muss dafür erträgliche Zuzahlungen berappen. Doch liegt man ein paar Tage im Krankenhaus, braucht eine Reha oder ist länger krank, dann summieren sich die Zuzahlungen auf erhebliche Beträge. Deshalb haben die gesetzlichen Krankenkassen Belastungsgrenzen festgelegt. Wer 2 % des Familienjahresbruttoeinkommens aufgewendet hat, wird befreit.

Sonderregelung für chronisch Kranke

Wer chronisch krank ist, für den ist die Belastungsgrenze noch schneller erreicht. Hier gibt es eine Sonderregelung: nur 1 % muss aufgewendet werden, um sich befreien zu lassen. Ungefähr jeder 10. Kassenpatient kommt im Laufe des Jahres an dieser Belastungsgrenze an. Dann sollte man sich an die Krankenkasse wenden – und wird von weiteren Zuzahlungen für das Kalenderjahr befreit.

Was zählt zum Familienbruttoeinkommen?

Einnahmen, die man in Form von Lohn oder Gehalt als Angestellter hat, zählen ebenso dazu wie Einkünfte aus selbstständiger Arbeit. Dazu kommen alle anderen Einnahmen, wie Mieten oder Kapitaleinkünfte. Als grobe Richtlinie kann man sich die Steuererklärung vorstellen. Alles, was hier zu Einnahmen zählt, ist auch für die Krankenkasse relevant. Bei einem Single wird das so errechnete Jahresbruttoeinkommen als Berechnungsgrundlage genommen.

Was zählt bei Familien?

Hat man als Versicherter Familie, bekommt man Freibeträge gutgeschrieben. Für den im gemeinsamen Haushalt lebenden Partner sind das im Jahr 2014 genau 4.977 Euro. Ein Kind schlägt mit 7.008 Euro zu Buche. Beispielsweise werden also dem gemeinsamen Einkommen eines Ehepaares mit einem Kind von der Gesamtsumme der Einkünfte einmal der Betrag von 4.977 Euro und einmal der Betrag von 7.008 Euro abgezogen. Der verbleibende Betrag ist die Berechnungsgrundlage, von der ein bzw. zwei Prozent zu leisten sind.

Zuzahlungsrechner im Netz

Viele Krankenkassen helfen ihren Versicherten, diesen Belastungsbetrag auszurechnen, in dem sie auf ihren Internetseiten Rechner dafür anbieten. Ist man nicht sicher, ob die Grenze von ein oder zwei Prozent gilt: als chronisch krank zählt derjenige, der wegen der gleichen Krankheit dauerhaft versorgt werden muss. Das ist der Fall, wenn man ein Jahr lang jedes Quartal wegen dieser Krankheit behandelt werden musste.

Was tun, wenn die Belastungsgrenze erreicht ist?

Stellt man als Versicherter fest, dass man die Grenze erreicht hat, muss man mit allen gesammelten Quittungen zur Krankenkasse gehen. Dort wird anhand der Einkommensnachweise zunächst das Jahresbruttoeinkommen ermittelt und der Prozentbetrag, der geleistet werden muss. Liegen die bereits gezahlten Zuzahlungen darüber, bekommt man das Geld zurück. Anschließend erhält man einen Befreiungsbeleg, den man beim Arzt vorlegt. Dann druckt dieser auf die Rezepte das Kreuz bei „Befreiung von der Zuzahlung“ und man muss künftig bei Hilfsmitteln oder in der Apotheke keine Zuzahlung mehr leisten.

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