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Politik

DGB für Bürger-Pflegeversicherung

15. März 2011

In der Diskussion um eine Verbesserung der Pflegefinanzierung fordert die Bundesregierung bereits seit Langem den Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung. Diese soll, so Bundesgesundheitsminister Rösler, ebenso wie die PKV kapitalgedeckt finanziert werden. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hingegen fordert mehr Solidarität und entwirft jetzt Pläne für eine Bürger-Pflegeversicherung.

DGB geht von steigenden Beiträgen für die Pflegeversicherung aus

Aufgrund des demografischen Wandels in Deutschland ist davon auszugehen, dass immer mehr ältere Menschen künftig gepflegt werden müssen. Um diese steigenden Pflegekosten zu finanzieren, geht der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB von weiter steigenden Beiträgen in der Pflegeversicherung aus. Für das Jahr 2014 rechnet der DGB bereits mit Beiträgen von rund 2,8 Prozent. Da die Pflegearbeit nach Ansicht von Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied des Gewerkschaftsbundes, eine solidarische Aufgabe ist, fordert der DGB jetzt eine Bürger-Pflegeversicherung.

Bürger Pflegeversicherung Für DGB überfällig

Im Rahmen der „Bürgerversicherung Pflege“ sollen alle Bürger in Deutschland zur Zahlung von Beiträgen verpflichtet werden, um so eine Stabilisierung der Pflegeversicherungs-Beiträge zu erreichen. Somit wären auch Selbstständige und Freiberufler, die bisher die private Pflegeversicherung bei der PKV nutzen, versicherungspflichtig. Bis zum Jahr 2030 könnte der Beitrag so laut DGB auf 2,45 Prozent des Bruttoeinkommens stabilisiert werden.

Reform der Pflegeversicherung und neue Pflegestandards sollen kommen

Das Bundesgesundheitsministerium hingegen geht von niedrigeren Zahlen aus und erwartet für das Jahr 2030 lediglich einen Beitrag von 2,5 Prozent. Buntenbach jedoch warnt die Bundesregierung davor, die Pflegekosten für die Zukunft zu gering zu kalkulieren und so eine Reform zu verhindern. Bundesgesundheitsminister Rösler ist bereits seit Dezember 2010 im Dialog mit Experten und Sozialverbänden, um die Pflegeversicherung zu reformieren. Hierbei geht es nicht nur um die künftige Finanzierung der Pflegeversicherung, sondern auch um neue Pflegestandards und eine Attraktivitäts-Aufwertung des Berufs der Pflegekraft.

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