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Gesetzliche vs. private Krankenversicherung

Deutliche Leistungsunterschiede zwischen PKV und GKV

22. Oktober 2013

aufgefächerte Geldscheine

Bei den unterschiedlichen Leistungen von GKV und PKV geht es für die Versicherten um viel Geld

In Deutschland stehen Verbrauchern zwei unterschiedliche Systeme zum Schutz gegen Gesundheitskosten offen: Die gesetzliche Krankenkasse und die private Krankenversicherung. Bei einem direkten Vergleich private Krankenversicherung gegenüber gesetzlicher Krankenkasse fallen rasch deutliche Unterschiede zwischen beiden Systemen auf. Diese beziehen sich vornehmlich auf die den jeweiligen Versicherten gewährten Leistungen. Doch auch was Beiträge und Zugangsvoraussetzungen betrifft, geht es zwischen privatem und gesetzlichem Gesundheitskostenschutz unterschiedlich zu.

Was sind KV Leistungen genau?

Wenn es um die Krankenversicherung geht, ist immer wieder von Leistungen, dem Leistungsumfang, dem Leistungsvolumen und so weiter die Rede. Allerdings ist der Begriff Leistung bezüglich der Krankenversicherung ein wenig irreführend. Denn der Begriff Leistung meint innerhalb des Versicherungswesens in der Regel eher eine direkte Zahlung, meist an den Versicherten. Hierzu gehören etwa die Auszahlung der Summe einer Lebensversicherung oder die Gewährung einer Berufsunfähigkeitsrente durch eine private BU Versicherung.

Bei Krankenversicherungen ist mit Leistung aber keine direkte Zahlung an den Versicherten gemeint, sondern die Übernahme der Kosten, welche dem Versicherten entstehen, wenn er Behandlungen in Anspruch nimmt oder zum Beispiel Medikamente kauft. Hier sind die Leistungen von GKV und PKV durchaus unterschiedlich, wie wir im Folgenden an Hand einiger Beispiele erläutern möchten.

Gesetzliche Krankenversicherung: Einschränkungen durch Leistungskatalog

Gesetzlich Krankenversicherte müssen zunächst einmal eine deutliche Beschränkung in Kauf nehmen, wenn sie im Falle von Krankheit eine bestimmte ärztliche Leistung in Anspruch nehmen möchten: Den Leistungskatalog ihrer Krankenkasse. Denn aus Einsparungsgründen haben die gesetzlichen Kassen sämtliche Leistungen, für welche sie aufkommen, in einem Leistungskatalog zusammengefasst. Nur die Kosten für Leistungen, die in diesem Katalog explizit aufgeführt sind, werden auch tatsächlich von der Krankenkasse übernommen. Bei allen anderen Leistungen kann die Versicherung die Kostenübernahme verweigern.

GKV vs. PKV: Wahl des Arztes

Ein weiteres gutes Beispiel für die Leistungsunterschiede zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung ist die Wahl des Arztes. Hier schneidet die private Krankenversicherung deutlich besser ab als die gesetzliche Alternative.

GKV: Hausarzt bzw. Primärarztprinzip

Bei der gesetzlichen Krankenkasse wird das sogenannte Hausarzt bzw. Primärarzt Prinzip verfolgt. Es gründet sich darauf, dass der Versicherte im Krankheitsfall einen Hausarzt, in der Regel einen Allgemeinmediziner, aufsucht, der ihn im Bedarfsfall an einen Facharzt überweist. Wird der gesetzlich Versicherte nicht von seinem Hausarzt an einen Facharzt überwiesen, sondern sucht diesen direkt auf, kann es zu Problemen mit seiner Krankenkasse kommen. Im Extremfall wird die Krankenkasse auch in diesem Fall die Übernahme der Behandlungskosten, sprich ihre Leistung, einschränken oder sogar komplett verweigern.

PKV: Freie Arztwahl für den Versicherten

In der PKV hingegen hat der Versicherte tatsächlich die freie Arztwahl. Leidet er unter einer Krankheit oder bestimmten Symptomen, kann er sich direkt an einen entsprechenden Facharzt wenden, ohne erst den Umweg über einen Haus- oder Primärarzt gehen zu müssen. Die Kosten werden von seiner Versicherung übernommen.

Gesetzlich oder privat krankenversichert? Kostenrisiko Zahnersatz

Der Zahnersatz ist beim Vergleich private Krankenversicherung und gesetzliche Krankenkasse immer ein großes Thema. Völlig zu Recht, denn Zahnersatz verursacht, verglichen mit anderen ärztlichen Leistungen, extrem hohe Kosten. Allein die Kosten einer Brücke können gut und gerne bis zu 800 Euro betragen, wer ein Implantat benötigt, muss mit Kosten ab 1.500 Euro rechnen, wohlgemerkt für jedes Einzelne.

Private KV: Volle Kostenübernahme oder zumindest hohe Zuschüsse

Versicherte einer PKV stehen den recht hohen Kosten für Zahnersatz relativ gut gegenüber. Denn, je nach dem von ihnen gewählten Tarif, übernimmt ihre private Krankenversicherung die vollen Kosten oder zumindest einen hohen Prozentsatz derselben. In der Regel umfasst ein durchschnittlicher PKV Tarif die Kostenübernahme für Zahnersatz zwischen 70 und 100 Prozent.

Gesetzliche KV: Nur Kostenübernahme gemäß Leistungskatalog

Auch beim Zahnersatz kommen die Bestimmungen des Eingangs beschriebenen GKV Leistungskataloges zum Tragen. Dieser sieht in der Regel lediglich eine prozentuale Zuzahlung zum Zahnersatz zu. In vielen Fällen wird zudem besonders hochwertiger Zahnersatz wie zum Beispiel Implantate, als rein privatärztliche Leistung angesehen. Der Versicherte einer gesetzlichen Krankenkasse muss also in der Regel bei Zahnersatz fast immer einen Teil aus der eigenen Tasche dazu bezahlen, im schlimmsten Fall muss er sogar die vollständigen Kosten selbst tragen.

PKV oder GKV – Leistungen genau vergleichen

Wer auf Grund seiner individuellen Voraussetzungen die Wahl zwischen gesetzlicher und privater KV hat, sollte immer einen genauen Vergleich bezüglich der unterschiedlichen Leistungen und Beiträge durchführen. Denn erstens ist, trotz aller möglichen Vorteile, die private Krankenversicherung nicht unbedingt für jeden Verbraucher die beste Wahl und zweitens gibt es innerhalb der PKV eine Unzahl möglicher Tarife, unter denen der Interessent erst einmal den besten für sich herausfinden muss. Auch die Ergebnisse der PKV Tests unabhängiger Institutionen, etwa der Stiftung Warentest, bieten im Vorfeld eines eigenen PKV Vergleichs sehr gute Anhaltspunkte. Den aktuellen Test der Stiftung Warentest zum Thema private Krankenversicherung finden Sie hier

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