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Gesundheit

Demografischer Wandel: Pflege droht Fachkräftemangel

5. August 2011

Nicht nur die Finanzierung der Pflegeversicherung wird immer mehr zu einem ernst zu nehmenden Problem, auch die Pflegekräfte und somit auch die Versorgung der Versicherten könnte die Pflegeversicherung in den nächsten Jahren in Schwierigkeiten bringen. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IdW) werde bis zum Jahr 2050 ein Fachkräftebedarf von rund 1 Million Fachkräften.

 

Pflegebedarf könnte sich bis 2050 verdoppeln

Laut der Studie des IdW droht dem deutschen Pflegesystem ein großer Mangel an Pflegefachkräften. Aufgrund des demografischen Wandels und der damit verbundenen immer älter werdenden Bevölkerung wird es einen deutlichen Anstieg von Pflegebedürftigen geben. Nach Schätzungen des IdW soll die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2050 auf über 4 Millionen steigen. Aktuell betreuen rund 970.000 Pflegekräfte 2,5 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland. Glaubt man der Rechnung des IdW, so müsste man die Zahl der Pfleger und Pflegerinnen in Deutschland fast verdoppeln, um dem Bedarf gerecht zu werden.

 

Zahl der Beitragszahler zur Pflegeversicherung rückläufig

Der demografische Wandel ist unausweichlich. Zwar versuchen Krankenversicherungen und andere Institutionen mit Bonusprogrammen und Bonustarifen dem demografischen Wandel entgegenzuwirken, auf kurz oder lang dürfte die Zahl der Pflegebedürftigen aber deutlich steigen. Gleichzeitig geht auch die Zahl der Erwerbstätigen zurück, da die Zahl der Beitragszahlen der Krankenkassen rückläufig ist. Bisher wurden die Ausgaben der Pflegeversicherung durch die laufenden Beitragseinnahmen finanziert. Rücklagen oder dergleichen werden nicht gebildet, laut Experten droht dem Pflegesystem in den nächsten Jahren ein Zusammenbruch.

 

 

Anwerbung von ausländischen Fachkräften

Um dem Mangel an Fachkräften entgegenzuwirken, schlug das IdW die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland vor. Auch der Bundesverband der privaten Anbieter sozialer Dienste ist dieser Meinung. Um das Bewerbungsverfahren zu erleichtern, könnte man sich vorerst nur auf Fachkräfte aus EU-Ländern beschränken.

 

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