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GKV

DAK: Zusatzbeitrag schuld an finanziellen Problemen

7. Juni 2011

 

Die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) stand bis vor kurzem noch vor finanziellen Problemen, konnte aber nach eigenen Angaben 2011 einen kleinen Überschuss trotz aller Probleme erwirtschaften. Das Bundesversicherungsamt forderte die DAK aber im März auf, die Verwaltungskosten zu senken, da durch die Erhebung eines Zusatzbeitrages im Vorjahr eine Menge Versicherte die Krankenkasse wechselten.

 

Mitgliederverlust durch Zusatzbeitrag

Der Hauptgrund für die Schieflage der DAK ist nach Ansicht von Dr. Herbert Rebscher, Vorstandsvorsitzender der DAK, die Erhebung eines Zusatzbeitrages gewesen.  Die DAK führte im Februar 2010 einen Zusatzbeitrag in Höhe von 8 Euro ein. Viele Versicherte nahmen dies zum Anlass, die Krankenkasse zu wechseln. Insgesamt verlor die DAK so über 100.000 Mitglieder. Dies brachte neben den fehlenden Beitragseinnahmen weitere Probleme mit sich, denn der Verwaltungsapparat musste der sinkenden Mitgliederanzahl angepasst werden, was sich aber nicht als ganz einfach erwies.

 

Abschaffung des Gesundheitsfonds

Rebscher fordert außerdem die Abschaffung des Gesundheitsfonds. Es fehle den Krankenkassen an Eigenständigkeit. Laut Rebscher sollten die Krankenkassen selbst über Beitragshöhen und Leistungen entscheiden können. Weiterhin kritisierte er den Risikostrukturausgleich, der Versicherungen die Mehrkosten für besonders kostenintensive Patienten erstattet. Dieser passe nicht zu den realen Kosten und decke diese nur teilweise ab.

 

 

Krankenkassen halten sich an Rahmenbedingungen der Politik

Laut Rebscher ist es kein Wunder, das die gesetzlichen Krankenkassen auf Insolvenzen wie die der City BKK kritisch reagieren. Sie fürchten um ihr eigenes Wohl und würden aus betriebswirtschaftlichen Gründen Versicherte ablehnen. Zwar ist das Verhalten der Krankenkassen nicht zu entschuldigen, allerdings müsse die Politik auch beide Seiten betrachten. Die Krankenkassen würden nur den Rahmenbedingungen der Politik folgen. Sollte es in naher Zukunft keine Nachbesserung dieser Rahmenbedingungen geben, so könne man weitere Schließungen nicht ausschließen, so Rebscher.

 

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