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GKV

DAK und City BKK: Zusatzbeitrag notfalls per Lohnpfändung

9. März 2011

Seit dem Jahr 2010 können gesetzliche Krankenversicherungen einen Zusatzbeitrag ihrer Versicherten einfordern. Wie jetzt jedoch in einem Bericht veröffentlicht wurde, gibt es mehr als eine Million Versicherte, die der Zahlungsaufforderung ihrer Krankenkasse nicht oder nicht fristgerecht nachgekommen sind. Nach einem Bericht der Bild-Zeitung sollen diese ausstehenden Beträge nun über Lohnpfändungen kassiert werden. Allein die Deutsche Angestellten Krankenkasse ( DAK ) zählt 220.000 säumige Mitglieder. Sowohl die DAK als auch die City BKK wollen nun die ausstehenden Zusatzbeiträge notfalls per Lohnpfändung eintreiben.

 

Zusatzbeitrag wird von tausenden nicht gezahlt

Einige gesetzliche Krankenkassen haben zur Deckung ihrer Ausgaben bereits im Jahr 2010 Zusatzbeiträge eingeführt. Viele von ihnen, wie etwa die DAK oder die BKK City, erhoben einen Zusatzbeitrag in Höhe von acht Euro. Dieser ist von allen Versicherten gleichermaßen zu tragen, unabhängig des Einkommens. Die Gelder werden zur Deckung der Ausgaben eingesetzt und sind daher in den Haushalt der Krankenversicherungen ganz fest eingeplant. Doch die Zahlungen der Versicherten bleiben vielfach aus.

Säumniszuschlag in Höhe von von drei Zusatzbeiträgen möglich

Wie aus aktuellen Statistiken jetzt jedoch hervorgeht, erhalten die Krankenkassen nur einen Teil ihrer angeforderten Beiträge. Ob dies jetzt aufgrund einer Verweigerungshaltung der Versicherten, aus Geldmangel oder einfach aus Unwissenheit heraus geschieht, ist statistisch nicht festgehalten. Bisher hatten die Krankenkassen säumigen Zahlern lediglich ein Mahnschreiben zukommen lassen. Die Übergabe der Fälle an Inkassobüros war wirtschaftlich aufgrund der geringen Beiträge meist nicht sinnvoll. Seit Januar 2011 können die Krankenkassen jetzt jedoch auch Säumniszuschläge erheben, wenn Versicherte ihren Zusatzbeitrag länger als sechs Monate schuldig bleiben. Der Säumniszuschlag kann in Höhe von drei Zusatzbeiträgen erhoben werden, mindestens erhalten die Kassen für ihren Aufwand jedoch eine Entschädigung von 20 Euro.

Hauptzollamt soll Zusatzbeiträge eintreiben – notfalls per Lohnpfändung

Da die Krankenkassen diese Gelder jedoch zwingend benötigen und auch Mahnschreiben offenbar nicht die gewünschte Wirkung erzielen, haben einige Versicherungen die Daten der säumigen Versicherten jetzt an die zuständigen Hauptzollämter weitergereicht. Diese sind nun mit der Eintreibung der Gelder beauftragt und können notfalls sogar Pfändungen aussprechen können. Diese Pfändungen können dann von der Kontopfändung bis hin zur Lohnpfändung reichen.

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