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Gesundheit

DAK Gesundheitsreport 2011: Depressionen auf dem Vormarsch

16. Februar 2011

Am 15. Februar 2011 legte die DAK, die Deutsche Angestellten Krankenkasse, ihren aktuellen Gesundheitsreport vor. In diesem Report wird der Gesundheitszustand der DAK-Versicherten analysiert und auch der Krankenstand bewertet. Einen solchen Gesundheitsreport legen viele gesetzliche Krankenversicherungen vor, aus dem sich ein Trend hinsichtlich des Krankenstands und der gesundheitslichen Verfassung der Kassenpatienten ableiten lässt.

Krankenstand 2011 auf dem Niveau von 2010

Erfreulich ist, dass der Krankenstand im Jahr 2010 nicht angestiegen ist. Wie auch im Jahr 2009 meldeten sich 3,4 Prozent der Versicherten bei ihrem Arbeitgeber krank. Im Jahr 2010 waren DAK-Versicherte damit an 12,5 Tagen im Jahr krankgeschrieben. Erstaunlich ist dabei, dass sich mehr als die Hälfte, nämlich 53,7 Prozent der Versicherten, überhaupt nicht krankgemeldet haben. Damit wird auch deutlich, dass der Krankenstand nicht mehr von der Wirtschaftsleistung abhängig ist, denn auch in wirtschaftlich stabilen Zeiten ist der Krankenstand historisch niedrig. DAK-Chef Herbert Rebscher sieht hierin eine hohe Motivation der Arbeitnehmer sowie eine hohe Leistungsbereitschaft, jederzeit für den Arbeitgeber da zu sein.

Psychische Erkrankungen nehmen berufsbedingt stark zu

Grundsätzlich zeigt der Gesundheitsreport der DAK also, dass die Deutschen ein Volk von gesunden Menschen sind, die nur relativ selten krank sind. Doch auch wenn sich die körperlichen Beschwerden der Bürger in Grenzen halten, die DAK sieht in einigen Bereichen auch weiterhin Grund zur Sorge. So nehmen zwar körperliche Beschwerden zunehmend ab, psychische Erkrankungen hingegen steigen immer weiter an. Im Jahr 2010 allein nahmen sie so stark zu wie seit vielen Jahren nicht mehr. Aufgrund psychischer Erkrankungen erhöhte sich die Anzahl an Fehltagen um immerhin 13,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Leistungsdruck: Depressionen öfter Grund von Krankschreibungen

Viele Menschen sind dabei laut DAK vor allem von Depressionen betroffen, die unter anderem auf den stressigen Alltag, aber auch den immer weiter steigenden Leistungsdruck zurückzuführen sind. Mittlerweile sind etwa ein Achtel aller Krankschreibungen auf Depressionen zurückzuführen, Tendenz weiter steigend. Ebenfalls beunruhigend findet die DAK die Gesundheitsentwicklung bei jungen Menschen. Um hierzu nähere Erkenntnisse zu gewinnen, wurden zusätzlich 3.000 junge Menschen befragt.

Studie: immer mehr juunge Arbeitnehmer leiden psychisch

Im Ergebnis gaben rund 60 Prozent der Befragten an, im Job deutlich mehr leisten zu können, als aktuell gefordert ist, lediglich 6,1 Prozent fühlten sich überfordert. Gleichzeitig deckt der Report auf, dass junge Menschen Schwierigkeiten mit sich verändernden Situationen haben und dann unter einem Anpassungsdruck leiden. Auch der Konsum von Alkohol gehört für etwa ein Viertel der Befragten beim Ausgehen dazu. Diese Erkenntnisse zeigen, dass es durchaus Entwicklungen gibt, die eine Reaktion erfordern, dass die aktuell positiven gesundheitlichen Ergebnisse weiter Bestand haben.

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