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Gesundheit

DAK: Betrug und Manipulation bei Leistungsabrechnung nimmt zu

17. Februar 2011

Die Deutsche Angestellten Krankenkasse macht immer mehr Leistungsbetrüger dingfest und kann zunehmend bereits erstattete Kosten zurückführen. Die Betrüger finden sich laut der DAK nicht nur bei den Ärzten und Therapeuten. Allein im vergangenen Jahr 2010 konnten 861 Betrugsfälle aufgedeckt und so gut zwei Millionen Euro eingetrieben werden, ein Anstieg von 56% im Vergleich zum Jahr 2009. Mit 40% nimmt der Anteil der Leistungserschleichung im Bereich der Heilmittel wie Sprachtherapien und Massagen die Vorrangstellung ein, gefolgt von Manipulationen bei ärztlichen Behandlungen und der Pflege.

DAK ermittelt verstärkt gegen Abrechnungsbetrug

Allein die DAK ging im vergangenen Jahr 2010 mehr als tausend Verdachtsfällen nach, die aktuell auf zweitausend angestiegen sind, berichtet die Online-Ausgabe des Focus. Die Kosten für die Ermittler nach den Abrechnungsbetrügern lohnt sich. Die zurückfließenden gelder bewegen sich jährlich in Millionenhöhe. Ein glücklicher Hauptermittler der DAK dazu: „Unsere Bilanz für 2010 zeigt, dass wir durch verbesserte Recherchemethoden mehr Betrüger und „Schwarze Schafe“ erkennen und so mehr Geld für unsere Versicherten zurückholen konnten“. Gleichwohl lässt er verlautbaren, dass bei weitem nicht die Mehrheit mit Betrug aufwartet und betont, das „Die breite Masse der Leistungserbringer rechnet vertragsgemäß ab und lässt sich nichts zuschulden kommen.“

Leidtragende sind auch die Krankenkassenmitglieder

Um die Ermittlungen nach Abrechnungsbetrügern möglichst effizient zu gestalten, arbeitet die Deutsche Angestellten Krankenkasse eng mit  den Kassenärztlichen Vereinigungen, weiteren gesetzlichen Krankenkassen sowie mit der Kripo und der Staatsanwaltschaft zusammen. Viele weitere gesetzliche Krankenkassen sind von Betrug bei Leistungsabrechnungen betroffen. Der Schaden dürfte sich für die gesamte Branche im höherstelligen Millionenbetrag bewegen. Falsche Abrechnungen belasten nicht nur die Krankenkasse, sondern letzlich auch die Versicherten. Steigende Kosten führen wie jüngst zu Beitragserhöhungen oder zur Einführung des Zusatzbeitrag.

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