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Gesundheit

BUND: Hohe multiresistente Keimbelastung bei Supermarkt-Hähnchen

11. Januar 2012

Rund die Hälfte aller Hähnchen aus deutschen Supermärkten sind schätzungsweise mit gesundheitsschädlichen antibiotikaresistenten Keimen belastet. Dies fand die Tierschutzorganisation BUND in einem Test heraus. Nun will auch die Regierung auf diesen Umstand reagieren. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner kündigte für nächste Woche einen Änderungsentwurf des Arzneimittelgesetzes an.

 

Hohe multiresistente Keimbelastung festgestellt

In einem aktuellen Test ließen die Tierschützer insgesamt 20 Proben Hühnerfleisch aus verschiedenen Discountern und Supermärkten in ganz Deutschland entnehmen und auf ihre Keimbelastung untersuchen. Dabei konnten die Tierschützer auf 10 der Proben ESBL-Keime feststellen, auf 2 Proben sogar MRSA-Keime. Kommt es nach dem Verzehr des Fleisches zu einer Infektion, so können auch Antibiotika nicht helfen, da beide Keimarten antibiotikaresistent sind. Diese Keime sind deswegen so resistent gegen Antibiotika, weil die Tiere bereits während der Züchtung regelmäßig mit antibiotika-reichem Futter gefüttert werden, um Krankheiten vorzubeugen.

 

Hälfte der Proben weist Keimbelastung auf

Insgesamt konnte der BUND ESBL-Keime auf 3 Proben des Geflügelfleischlieferanten „Wiesenhof“ nachweisen, die in den Supermarktketten Netto, Edeka und Lidl gekauft wurden. Auch in 3 Proben des Herstellers „Sprehe“ konnten die Tierschützer ESBL-Keime nachweisen. Auf einer weiteren Probe desselben Herstellers konnten auch MRSA-Keime nachgewiesen werden. Auch die Proben des Herstellers „Stolle“ fielen im Test negativ auf. Hier konnten die Tierschützer auf insgesamt 3 Proben ESBL-Keime feststellen, sowie auf eine weiteren Probe MRSA-Keime.

 

 

Antibiotika wirkungslos

Zusätzlich besteht für die Menschen die Gefahr darin, dass auch sie in Zukunft resistent gegen die Zuführung von Antibiotika werden könnten. Infektionen könnten somit nicht mehr mit Antibiotika behandelt werden. Eine derartige Situation könnte für einen infizierten Patienten durchaus lebensgefährlich werden. Die aktuelle Situation und die derzeitige Kontamination der Lebensmittel sollte den Menschen und auch der Industrie eine Warnung sein, mahnte BUND-Sprecher Hubert Weiger. Er forderte zudem weiter ein Verbot für keimbelastete Lebensmittel in Supermärkten.

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