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Gesundheit

Brustimplantate: Kostenübernahme nur bei notwendigen Operationen

9. Januar 2012

Nachdem in der vergangenen Woche bekannt wurde, dass die Brustimplantate der französischen Firma PIP eine mindere Qualität aufweisen, empfiehl das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) den betroffenen Frauen, die Implantate vorsichtshalber entfernen und ersetzten zu lassen.

 

PIP-Implantate weisen Risiken auf

Nachdem das BfArM seine offizielle Empfehlung zur Entfernung der minderwertigen Brustimplantate ausgesprochen hatte, entbrannte im deutschen Gesundheitswesen eine große Diskussion über die Kostenübernahme für die Entfernung der Implantate. Das Bundesgesundheitsministerium gab zu Wort, die Krankenkassen in der Pflicht für eine Kostenübernahme zu sehen. Grund für die Empfehlung des BfArM ist, dass die Implantate der Firma PIP auch ohne einen Riss im Kissen Silikon verlieren könnten. Dies könnte dann zu gefährlichen Entzündungen in der Brust führen. Insgesamt sollen weltweit  einigen hunderttausend Frauen die minderwertigen Kissen der französischen Firma PIP implantiert worden sein. Auch in Deutschland sollen einige tausend Frauen von den Problemimplantaten betroffen sein.

 

Kostenübernahme nur bei notwendigen Operationen

Einer Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums zufolge stünden grundsätzlich die Krankenkassen in der Pflicht, derartige Gefahren von ihren Versicherten abzuwenden. Sollte es sich jedoch um eine reine Schönheitsoperation gehandelt haben, so liege die Verantwortung beim Versicherten. Für derartige Fälle müssten auch die Schönheits-Ärzte herangezogen werden, fordert der Verband der gesetzlichen Krankenkassen. GKV-Verbandssprecher Florian Lanz sagte gegenüber AFP,  dass eine Kostenübernahme seitens der gesetzlichen Krankenkassen in jedem Fall erfolge, wenn die Implantate aufgrund einer Erkrankung und nicht aufgrund einer Schönheitsoperation eingesetzt wurden. Gleichzeitig forderte Lanz die Ärzte auf, die Patienten nun nicht alleine auf den Kosten sitzen zu lassen.

 

 

Schönheitsoperationen werden nicht von Krankenkassen getragen

Sollte eine Operation aus Gründen der Ästhetik vorgenommen worden sein, so müsse sich die Patientin aufgrund der gesetzlichen Regelungen an den Kosten für eine Entfernung der Implantate beteiligen. Sollte jemand nicht dieser Meinung sein, so sollte er sich zunächst fragen, ob es denn der richtige Weg sei, eine Solidargemeinschaft für die Kosten einer gesundheitlich unnötigen Schönheitsoperation aufkommen zu lassen, so Lanz weiter. Auf eine erste Anfrage äußerte sich die Barmer GEK  zu diesem Thema mit der Aussage, dass betroffene Versicherte damit rechnen müssten, sich an den Kosten für die Entfernung der Problemimplantate zu beteiligen.

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