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GKV

Betrug: DAK deckt vermehrt Abrechnungsbetrug auf

19. Februar 2011

Die Gesundheitsreform 2010, die im Januar 2011 in Kraft getreten ist, wurde vornehmlich ins Leben gerufen, um die immer weiter steigenden Kosten im Gesundheitswesen künftig besser finanzieren zu können. Wie die Deutsche Angestellten Krankenkasse DAK jetzt mitteilt, verursachen nicht nur die steigenden Ausgaben für Arztbehandlungen und Krankenhausaufenthalte die Defizite bei den gesetzlichen Krankenkassen, sie werden wohl auch durch manipulierte Arzt- und Krankenhausrechnungen zusätzlich belastet. Auch Apotheken würden nicht in allen Fällen korrekte Abrechnungen erstellen, so die DAK.

Betrug bei Abrechnungen steigt bei der DAK um 56 Prozent

Nach den Zahlen, die die DAK in diesen Tagen vorstellt, ist der Abrechnungsbetrug vom Jahr 2009 auf 2010 um rund 56 Prozent gestiegen. Der Schaden, der allein bei der DAK aufgetreten ist, beläuft sich den Zahlen zufolge auf zwei Millionen Euro. Die Verantwortlichen der DAK stellen dabei Betrugsfälle vor allem im Bereich der Heilmittel, also bei Physiotherapien oder Sprachtherapien fest. Rund 40 Prozent der falschen Abrechnungen gehen hierauf zurück. Große Schäden wurden auch im Bereich der ärztlichen Leistungen sowie bei den Kosten für die Pflege und bei Hilfsmitteln festgestellt.

Apotheken: manipulierte Rechnungen mit großem finanziellen Schaden für die DAK

Doch nicht nur die hohe Anzahl an manipulierten Rechnungen wurde von der DAK im Rahmen der festgestellten Zahlen betrachtet, sondern auch der hieraus resultierende Schaden. Besonders deutlich wird hierbei, dass zwar die manipulierten Rechnungen aus Apotheken lediglich rund sechs Prozent ausmachen, der Schaden hier jedoch überdurchschnittlich ist und damit mehr als 600.000 Euro ausmacht. Wie die DAK mitteilt, kann hier bereits eine falsche Abrechnung einen hohen Schaden verursachen. Dies wurde im Fall eines niedersächsischen Apothekers deutlich, der durch die falsche Abrechnung von Krebsmedikamenten allein einen Schaden von 250.000 Euro verursachte.

Aktuell Verdacht auf Betrug in 2000 Fällen

Aktuell geht die DAK nach eigenen Aussagen rund 2.000 fehlerhaften Abrechnungen nach. Der Gesamtschaden für die gesetzliche Krankenversicherung ist aber natürlich weitaus größer. Wie die aktuelle Praxis jedoch zeigt, können Verdachtsfälle durch eine weiterführende Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Krankenkassen, der Staatsanwaltschaft sowie der kassenärztlichen Vereinigung mittlerweile zahlreiche Abrechnungsbetrügereien aufgedeckt werden.

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