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BU-Versicherung

Berufsunfähigkeitsversicherung – die Leistung im Test

3. März 2014

Müssen Versicherte um ihre BU-Leistung kämpfen?

Müssen Versicherte um ihre BU-Leistung kämpfen?

Müssen Versicherte um ihre BU-Leistung kämpfen?Wer berufsunfähig wird, hat großes Glück, wenn er eine entsprechende Versicherung abgeschlossen hat. Vielen bleibt das aufgrund nichtiger Vorerkrankungen verwehrt. Doch was, wenn die Versicherung besteht, aber die Assekuranz dennoch nicht bezahlen will? Ein Test dazu vom Analysehaus Franke und Bronberg stellt „keine besonderen Auffälligkeiten fest“.

Schlechtes Image zu unrecht?

Die allgemeine Meinung, dass sich die Versicherungen gern vor einer Leistung drücken, kann angeblich nicht bestätigt werden. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. hat sich bereits dagegen gewehrt, dass die Versicherungsgesellschaften ungerechtfertigt Leistungen versagen. Schließlich würden 98 % der beantragten Leistungen ohne Gerichtsentscheide ausgezahlt.

Das Bundesministerium der Justiz spricht ein Machtwort

Nachdem sich die schlechte Meinung zum Thema immer mehr gehalten hat, schaltete sich das Bundesministerium der Justiz ein. Die Schadensregulierung würde gezielt verzögert oder verweigert – so der Vorwurf. Die entsprechende Stellungnahme des Bundesministeriums hat ergeben, dass die Vorwürfe überwiegend ungerechtfertigt seien und Rechtsänderungen nicht erforderlich sind.

Andere Meinung bei der Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht im Deutschen Anwaltverein

Bei der AG Versicherungsrecht im Deutschen Anwaltverein sieht man dies ganz anders. Eine entsprechende Umfrage unter Fachanwälten kam zu dem Ergebnis, dass drei Viertel von ihnen von „zögerlichem Regulierungsverhalten“ der Versicherungen spricht und 80 % von ihnen feststellt, dass dies weiter zunimmt.

Keine Einzelfälle

Die Rechtsstreitigkeiten, bei denen die Kunden um ihr gutes Recht, also eine Schadensregulierung, kämpfen müssten, seien keine Einzelfälle. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft und die Versicherungs-Fachanwälte wollen die Mitglieder nun im Einzelnen befragen.

Franke und Bronberg stellen Gegenteiliges fest

Bereits seit 10 Jahren geht es um die Unternehmens-Rankings in der BU-Versicherung. Es werden Stichproben geprüft. Noch umfassender führte man diese durch, seit die Vorwürfe immer mehr zunahmen. Die 7 Versicherungen, die geprüft wurden, sind:

–          Aachen-Münchener Lebensversicherungs AG

–          Ergo Lebensversicherungs AG

–          HDI LV-AG

–          Nürnberger LV-AG

–          Stuttgarter Lebensversicherung e.G.

–          Swiss Life Deutschland sowie

–          Zurich Deutscher Herold LV AG

Insgesamt haben die genannten Sieben fast 5 Millionen BU-Verträge im Bestand. Bei 1,4 Millionen davon wurde keine Rentenleistung vereinbart, wenn es zur Berufsunfähigkeit kommt, sondern eine Beitragsfreistellung einer anderen Hauptversicherung.

Wie sieht es aktuell mit den Leistungen aus?

Der Leistungsbestand 2012 beträgt rund 75.000 Fälle. Neu kamen im Jahr 12 rund 22.400 Fälle hinzu. Davon wurden über 13.000 anerkannt und 5.600 abgelehnt. Weitere 3.600 wurden vorsorglich der Versicherung gemeldet, aber die Anspruchsteller meldeten keinen Leistungseintritt in Form einer bestätigten Berufsunfähigkeit.

100 Fälle pro Gesellschaft wurden geprüft

Rund 100 Fälle pro Versicherung wurden in den Stichproben zur Hand genommen. Spezielle Auswertungen betreffs der Regulierungspraxis waren dabei ebenso Bestandteil des Tests. Drei Viertel der Stichproben waren Ablehnungen, weil diese ganz besonders oft zu Beschwerden führen. Infolge dessen wurden viele Gutachten geprüft, da diese bei Ablehnungen häufiger in Auftrag gegeben werden.

Großes Spektrum der Stichproben

Damit alle Anerkennungs-und Ablehnungsgründe in der Häufigkeit ihres Vorkommens berücksichtigt werden, hat man diese Quoten in die Stichproben übernommen. Schwerpunkte waren unter anderem ein BU-Grad von 50 % oder Anfechtungen der Entscheidungen. Der Anteil der Anerkennungen beträgt demzufolge knapp über 70 %. Davon wurden rund 86 % sofort anerkannt, 10 % aufgrund von Individualvereinbarungen und weitere rund 4 % aufgrund von Vergleichen.

Der häufigste Ablehnungsgrund ist der Grad der BU

Mit fast 40 % ist der häufigste Grund der Ablehnung, dass der Grad der BU nicht das Mindestmaß erreichte, was laut Vertrag minimal vorzuweisen ist. Die Bearbeitung erfolgte im Mittel nach rund ein bis sechs Monaten, wobei es lange Zeiten in Einzelfällen geben kann, die bis zu anderthalb Jahren betragen. In diese Zeiten fallen natürlich auch Fristen für Gutachten etc.

Mitunter sind Versicherungen nicht gerade schnell

Ist der Kundenfragebogen zurückgeschickt, dauert es meist rund 10 Tage, ehe die Versicherung weitere Arbeitsschritte unternimmt. Allerdings konnte kein Fall gefunden werden, in dem es eine forcierte Verschleppungstaktik gegeben hätte. Rund ein Drittel der Fälle, die vor Gericht landen, wird von den Versicherungen gewonnen. Doch jede zweite Klage endete mit einem Vergleich.

 

 

 

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