zum Inhalt

Förderung BU Versicherung

Berufsunfähigkeitsversicherung 2014 staatlich gefördert

11. November 2013

geförderte BU Versicherung wird teuer

BU Versicherung soll ab 2014 gefördert werden – dies treibt aber die Beiträge nach oben

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) schützt Menschen, die berufsunfähig werden, vor dem Verlust ihres Einkommens und bewahrt sie vor der Armutsfalle. „Eine gute und wichtige Sache“, sagte sich wohl die Bundesregierung und plant die Einführung von BU Tarifen, die staatlich gefördert werden. Wie das Handelsblatt berichtet, sollen die neuen Tarife schon ab 2014 angeboten werden. Doch wie viele, an sich gute Dinge, die per Gesetz festgeschrieben werden, hat auch die staatliche Förderung der Berufsunfähigkeitsversicherung ihre Tücken. Im schlimmsten Fall kann eine gute Vorsorge für Berufstätige sogar unbezahlbar werden.

Diese Änderungen sind geplant

Momentan wird jeder fünfte Deutsche im Laufe seines Erwerbslebens berufsunfähig. Zu wenige Berufstätige sorgen richtig gegen dieses hohe Risiko vor, die Bundesregierung möchte dies ab 2014 ändern. Das neue Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz sieht darum vor, dass Versicherer ab kommendem Jahr neue Tarife der Berufsunfähigkeitsversicherung anbieten sollen. Deren Leistung, also die Rente im BU Fall, soll aber nicht mehr nur bis zum Erreichen des Rentenalters mit 67 Jahren reichen, sondern bis an das Lebensende des Versicherten. Im Gegenzug werden die neuen Tarife staatlich gefördert.

Versicherer und Vermittler winken ab

Eine im Kern sehr gute Idee, jedoch winken bereits die ersten Versicherer und Vermittler ab. Die Gründe hierfür kennen die renommierten Finanzanalysten MLP sowie Franke und Bornberg genau: Das Problem liegt nämlich darin, dass die Versicherer eben nicht mehr bis zu einem vorher absehbaren Zeitpunkt, nämlich jenem, in dem der Versicherte sein 67. Lebensjahr erreicht, leisten müssen, sondern bis zu dessen Lebensende. Dies bedeutet nicht nur Schwierigkeiten bei der Kalkulation der Leistungen der neuen BU Tarife, sondern wird auch die Beitragsschraube weit nach oben drehen.

Neue BU Tarife für Viele unerschwinglich

Gerade Letzteres ist es aber, was bei den potenziellen Neukunden der BU Versicherung ankommen wird: Die Beiträge schießen in die Höhe und werden für viele Berufstätige unerschwinglich. Und das trotz oder gerade wegen der staatlichen Förderung. Denn: „Gerade für Menschen mit geringerem Einkommen und einem entsprechend niedrigen Steuersatz ist die staatliche Förderung im Verhältnis zu den hohen Beiträgen gering“ erklärt MLP. Und Michael Franke, Geschäftsführer der Ratingagentur Franke und Bornberg, drückt es noch etwas deutlicher aus: „Wer es braucht kann es nicht bezahlen“.

Tatsächlich dürfte der Beitrag für einen der staatlich geförderten BU Tarife im Vergleich mit einem aktuellen Tarif der Berufsunfähigkeitsversicherung, natürlich auch immer in Abhängigkeit vom individuellen Einzelfall, fast doppelt so hoch ausfallen.

Gutverdiener profitieren von neuen BU Tarifen

Im Gegensatz zu Berufstätigen mit mittlerem und niedrigerem Einkommen würden Gutverdiener jedoch von den neuen Tarifen der Berufsunfähigkeitsversicherung durchaus profitieren. Denn durch ihr hohes Steueraufkommen käme die staatliche Förderung bei dieser Personengruppe in voller Höhe an. Das Grundziel der Regierung, die berufstätige Bevölkerung verstärkt zur Vorsorge gegen die Berufsunfähigkeit und deren Folgen zu animieren und dies auch finanziell zu fördern, dürfte jedoch deutlich verfehlt werden.

Zukunft der BU Tarife fraglich

Die Pläne der Bundesregierung werfen auch ein Licht auf die mögliche, unklare Zukunft der BU Tariflandschaft. Denn die staatlich geförderten Tarife der Berufsunfähigkeitsversicherung werden zwar nur Neukunden angeboten, eine nachträgliche Änderung bereits bestehender Verträge ist darum nicht möglich. Doch fraglich bleibt, ob in Zukunft überhaupt noch Berufsunfähigkeitsversicherungen ohne staatliche Förderung zu hohen Beiträgen angeboten werden oder ob es nach und nach nur noch solche Tarife geben wird. Eine Stellungnahme von Regierung oder Versicherern hierüber liegt noch nicht vor.

Weitere Artikel aus dieser Kategorie