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BBR 2015 KV RV PV

Beitragsbemessungsgrenze 2015

24. September 2014

BBG 2015 KV RV PV

Neue Beitragsbemessungsgrenze 2015 steigt

Die Beitragsbemessungsgrenze 2015 steigt: Die Beitragsbemessungsgrenze, kurz BBG, ist eine Einkommensgrenze der deutschen Sozialversicherungen. Sie gibt an, bis zu welchem Bruttolohn die Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung, die Arbeitslosenversicherung sowie die Kranken- und Pflegeversicherung steigen.

Wie in jedem Jahr erfolgte auch in diesem Herbst eine Anpassung der Beitragsbemessungsgrenzen 2015, die aufgrund der positiven Lohnentwicklung in Deutschland ebenfalls angehoben wurden. Für Gutverdiener bedeutet dies höhere Beiträge in der Krankenversicherung, Rentenversicherung, Pflegeversicherung und Arbeitslosenversicherung als im Vorjahr.

Die Einkommensgrenzen für die Sozialversicherungen in Deutschland

Die Beiträge für die deutschen Sozialversicherungen sollen sozial gerecht und für alle Einkommensklassen finanzierbar sein. Aus diesem Grund ermittelt sich der Beitrag für die Versicherungen anhand des Bruttolohns sowie eines festgelegten Beitragessatzes, der je nach Versicherung festgeschrieben ist. Hieraus ergibt es sich, dass Menschen mit höheren Einkommen auch höhere Beiträge entrichten, Menschen mit geringerem Einkommen hingegen zahlen weniger. Die Leistungen hingegen sind für alle Versicherten aber einheitlich.

Beitragsbemessungsgrenze regelt maximale Beiträge zu Sozialversicherungen

Um die finanzielle Belastung für Gutverdiener in Grenzen zu halten, wurden die Beitragsbemessungsgrenzen ins Leben gerufen. Sie geben an, bis zu welchem Bruttoeinkommen die Beiträge für die Sozialversicherungen angehoben werden und die Belastungen steigen. Werden diese Einkommensgrenzen erreicht, erhöhen sich die Beiträge nicht mehr, die Belastung sinkt sogar prozentual zum Einkommen. Gerade in der gesetzlichen Rentenversicherung können die niedrigeren Beiträge allerdings auch Folgen haben, denn auch die spätere gesetzliche Rente fällt entsprechend geringer aus.

Vorläufige Beitragsbemessungsgrenzen 2015

Die Einkommen in Deutschland unterliegen stetigen Schwankungen. In einem positiven wirtschaftlichen Umfeld jedoch schaffen es Arbeitnehmer und Gewerkschaften im Regelfall immer, eine Lohnerhöhung für die einzelnen Branchen zu erzielen. Dies macht sich auch bei den Beitragsbemessungsgrenzen bemerkbar, die jährlich von der Bundesregierung überprüft werden.

Sofern die Löhne und Gehälter steigen, wird auch die Einkommensgrenze für die Sozialversicherungen erhöht, um den höheren Ausgaben durch Inflation gerecht zu werden. Sollte das allgemeine Einkommen sinken, wäre theoretisch auch eine Reduzierung der Beitragsbemessungsgrenzen möglich. In jüngster Vergangenheit war dies 2011 der Fall, als die Einkommen in Folge der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise auch in Deutschland gesunken sind. 2014 hingegen konnten viele Unternehmen aufgrund der positiven Konjunktur Gewinne erzielen und auch die Löhne wurden entsprechend angehoben.

Wie jetzt bekannt wurde, wird sich diese Lohnsteigerung auch an den neuen Beitragsbemessungsgrenzen 2015 zeigen. Auch sie werden entsprechend nach oben angepasst, Gutverdiener müssen daher noch tiefer in die Tasche greifen. Zwar müssen die neuen Beitragsbemessungsgrenzen im Oktober von der Bundesregierung noch bestätigt werden, hiervon wird aber allgemein ausgegangen.

Neue Beitragsbemessungsgrenze 2014 in der Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung

Für die Rentenversicherng sowie die Arbeitslosenversicherung gelten einheitliche Beitragsbemessungsgrenzen. Um den noch immer bestehenden Lohngefälle zwischen den neuen und den alten Bundesländern gerecht zu werden, gibt es differenzierte Einkommensgrenzen, die im Osten verständlicher Weise niedriger sind. Die Bundesregierung bemüht sich allerdings, die Verdienstgrenzen nach und nach anzupassen, wie sich auch in der neuesten Festlegung zeigt.

Im Westen steigt die Beitragsbemessungsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung um lediglich 100 Euro monatlich auf 6.050 Euro. Im Osten hingegen steigt der Wert um 200 Euro auf künftig 5.200 Euro pro Monat. Für Menschen mit entsprechendem Einkommen bedeutet dies in den alten Bundesländern eine finanzielle Mehrbelastung von 9,45 Euro monatlich, in den neuen Bundesländern müssen bis zu 18,90 Euro mehr bezahlt werden.

Neue Beitragsbemessungsgrenze 2015 in der Krankenversicherung

Höhere Beiträge müssen Gutverdiener auch in der gesetzlichen Krankenversicherung hinnehmen. Die für Gesamtdeutschland einheitlich geltende Beitragsbemessungsgrenze 2015 wird um 75 Euro von bisher 4.050 Euro auf dann 4.125 Euro angehoben. Diese Mehrbelastung trifft nicht nur die Arbeitnehmer, sondern auch die Arbeitgeber, die ebenfalls höhere Belastungen tragen müssen. Schließlich erfolgt die Finanzierung der Sozialversicherungen jeweils hälftig von Arbeitnehmern und Arbeitgebern.

Einen Lichtblick gibt es in der GKV jedoch, denn der Beitragssatz von bisher 15,5 Prozent wird mit Wirkung vom 01. Januar 2015 auf nur noch 14,6 Prozent reduziert. Im Gegenzug erhalten die einzelnen Krankenkassen allerdings die Möglichkeit, einen prozentualen Zusatzbeitrag einzufordern. Erste Schätzungen zeigen, dass dieser zwischen 0,5 bis 0,9 Prozent liegen könnte. Ob dieser jedoch tatsächlich berechnet wird, zeigt sich erst im kommenden Jahr. Die Krankneversicherungen werden dann prüfen, ob die Einnahmen zur Deckung der Ausgaben genügen oder ob weitere Beiträge generiert werden müssen.

Die Versicherungspflichtgrenze bzw. Jahresarbeitsentgeltgrenze 2015

Die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung wird vielfach mit der Versicherungspflichtgrenze oder Jahresarbeitsentgeltgrenze verwechselt. Sie gibt an, bis zu welchem Einkommen eine Pflichtversicherung in der GKV besteht. Erst dann, wenn Bürger diese Einkommensgrenze übersteigen, entfällt die Versicherungspflicht und es ist eine Versicherung in der privaten Krankenversicherung möglich. Natürlich wird auch die Versicherungspflichtgrenze 2015, ebenso wie die Beitragsbemessungsgrenze 2015, nach oben angepasst. Ab 2015 ist es erst ab einem Verdienst von 54.900 Euro möglich, der gesetzlichen Versicherung den Rücken zu kehren und in die Privatversicherung zu wechseln. Weiteres zur neuen Versicherungspflichtgrenze 2015 kann hier gelesen werden.

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