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Barmer GEK gegen Abschaffung der Praxisgebühr

Barmer GEK für Ende der PKV

28. November 2012

Barmer GEK Krankenkasse

Barmer GEK: PKV und Praxisgebühr

Im Zuge der Diskussion um neuerliche Beitragserhöhungen in der privaten Krankenversicherung (PKV) fordert der stellvertretende Vorsitzende der gesetzlichen Krankenkasse Barmer/GEK die Abschaffung der privaten Krankenversicherung und damit das Ende der PKV.

In einem Gespräch mit der „Leipziger Volkszeitung“ hat der stellvertretende Vorsitzende der Barmer/GEK, Rolf-Ulrich Schlenker, dargelegt, dass seiner Ansicht nach die private Krankenversicherung zukünftig keine Existenzberechtigung mehr habe. Gleichzeitig wurde die Abschaffung der Praxisgebühr in 2013 kritisiert.

Rolf-Ulrich Schlenker: zwei getrennte Gesundheitssysteme sozialpolitisch nicht angemessen

Barmer Chef Schlenker bezeichnete es in dem Gespräch als sozialpolitisch nicht angemessen, wenn es zwei voneinander getrennte Gesundheitssysteme in Deutschland gibt. Insbesondere sei es nicht sinnvoll, dass die private Krankenversicherung nur für Beamte sowie Menschen mit hohen Gehältern infrage kämen, während die gesetzliche Krankenkasse das Gros der Versicherten auffangen muss. Weiter betonte Schlenker, dass privat Krankenversicherte bei Ärzten und in Krankenhäusern bevorzugt behandelt würden. Insbesondere die private Krankenvollversicherung stellt für Schlenker einen nicht hinnehmbaren Zustand dar.

Barmer GEK für private Krankenzusatzversicherung

Positiv betrachtet der stellvertretende Vorsitzende der Barmer/GEK jedoch die Möglichkeit eine gesetzliche Krankenversicherung durch eine private Zusatzversicherung aufzuwerten. So soll es den gesetzlich Krankenversicherten möglich sein, auch zukünftig die gesetzliche Krankenversicherung zu einer privaten Krankenvollversicherung aufwerten zu können. Insbesondere für den stationären Sektor soll auch zukünftig die Möglichkeit angeboten werden, eine Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer nutzen zu können sowie die Behandlung durch den Chefarzt vornehmen zu lassen. Derweil hat die Äußerung von Schlenker auf Seiten der privaten Krankenversicherung entsprechende Reaktionen hervorgerufen.

PKV-Verband widerspricht Barmer GEK

Der PKV-Verbandssprecher Dominik Heck widersprach der Ansicht Schlenkers, dass es in Deutschland eine Zwei-Klassen-Medizin geben würde. Heck betonte gegenüber der“ Leipziger Volkszeitung“, dass es bei den Gesundheitsleistungen keine Unterschiede zwischen gesetzlich und privat krankenversicherten Patienten geben würde. Sowohl privat als auch gesetzlich Krankenversicherte würden auf gleichem Niveau von der gesundheitlichen Versorgung in Deutschland profitieren.

Heck betonte in diesem Zusammenhang zudem, dass das deutsche Gesundheitswesen durch die höheren Vergütungen der privaten Krankenversicherung profitieren würde. So sei es möglich, durch diese erhöhten Vergütungen innovative Behandlungsmethoden sowie teure medizinische Geräte anschaffen zu können.

Facharztbesuche werden nach Abschaffung der Praxisgebühr ansteigen

Rolf-Ulrich Schlenker von der Barmer/GEK betrachtet indes einen weiteren gesundheitspolitischen Aspekt, der in den letzten Wochen in den Medien präsent war. Die Abschaffung der Praxisgebühr in 2013 betrachtet Schlenker demnach kritisch. Einerseits sieht er zwar die Vorteile für die Patienten, die regelmäßig zum Arzt gehen, andererseits sieht er Nachteile für gesunde Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

So habe die Praxisgebühr entgegen aller Beteuerungen eine gewisse Lenkungsfunktion gehabt, so Schlenker. Durch den Wegfall der Praxisgebühr sieht der stellvertretende Vorsitzende der Barmer GEK nunmehr die direkten Besuche bei Fachärzten wieder ansteigen.

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