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GKV

Arzneiverordnungsreport 2011: Deutschland bei Arzneimittelpreisen weit vorn

5. Oktober 2011

Das wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) hatte erst vor kurzem seinen Arzneiverordnungsreport 2011 veröffentlicht. Zwar konnten die Krankenkassen die Kosten für Arzneimittel im letzten Jahr durch Arzneimittelrabatte senken, allerdings sind diese nach Experten-Einschätzungen immer noch zu hoch. Für die nächsten Jahre erwarten Experten noch einmal einen deutlichen Anstieg der Kosten. Aber auch im Vergleich mit anderen Ländern Europas liegen die Kosten im Vergleich deutlich höher.

 

Deutschland mit höchsten Arzneimittelpreisen in Europa

Im Vergleich mit 2010 sanken die Ausgaben für Arzneimittel im ersten Halbjahr 2011 sogar um knapp 3,5 Prozent. Im Europa-Vergleich jedoch liegt Deutschland mit der Höhe der Ausgaben für Arzneimittel deutlich vorn. Dies geht aus dem Arzneiverordnungsreport 2011 des WIdO hervor. Bereits 2010 zeigte sich den Experten ein ähnliches Bild auf, als man die deutschen Verhältnisse mit denen Schwedens verglich. 2011 nahmen die Experten des WIdO das Arzneimittelverhalten Großbritanniens unter die Lupe.

 

Patentmedikamente treiben Kosten in die Höhe

Dabei kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass Arzneimittel im Vergleich zu den UK-Preisen rund 65 Prozent teurer sind. Laut WIdO würden sich Einsparmöglichkeit in Höhe von ca. 2 Milliarden Euro ergeben, würde man die deutschen Preise denen der UK anpassen. Ein großes Kostenproblem sind dabei häufig die Patentmedikamente, welche teilweise mit deutlich höheren Preisen zu Buche schlagen. Neben Patentmedikamenten sind es auch Generika, welche mit ihren hohen Preisen die Kosten in die Höhe treiben.

 

 

Einsparpotenzial von bis zu 8,1 Milliarden Euro

Bei Generika liegen die Preisunterschiede zwischen Großbritannien und Deutschland sogar teilweise bei bis zu 90 Prozent. Bereits seit einigen Jahren werden diese Umstände von verschiedenen Experten und Brancheninsidern bemängelt und kritisiert. Bei den gesamten Ausgaben für Arzneimittel in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sieht der Arzneiverordnungsreport die Möglichkeit, durch Sparmaßnahmen bis zu 8,1 Milliarden Euro einzusparen. Allerdings dürfte dies sicherlich nicht einfach fallen und nicht ohne weiteres umsetzbar sein. Eine einfache Anpassung der Preise an den englischen Markt ist aufgrund von Wettbewerbsregelung nicht ohne weiteres möglich.

 

Rabattverträge wichtige Säule im GKV-System

Mit den  Arzneimittelrabatten hatte die GKV einen ersten Schritt in die Richtung gemacht, darüber sind sich Experten sowie der GKV-Verband sicher. 2010 konnten durch die erstmals eingeführten Arzneimittelrabatte rund 1,3 Milliarden Euro eingespart werden. Bereits jetzt bezeichnen führende Krankenversicherungen die Rabattverträge mit den Pharmaherstellern als wichtige, tragende Säule im System der GKV. Nur mithilfe der Rabattverträge sei es einigen Krankenkassen möglich gewesen, 2011 auf einen Zusatzbeitrag zu verzichten.

 

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