zum Inhalt

Politik

Arzneimittelrabatte jetzt auch für privat Versicherte

6. Februar 2011

Die gesetzlichen Krankenkassen haben durch die Gesundheitsreform die Möglichkeit, hohe Rabatte mit den Arzneimittelherstellern zu verhandeln. Diese geringeren Kosten sollen dabei die Ausgaben für Medikamente und somit die gesamten Gesundheitsausgaben reduzieren. Doch nicht nur gesetzlich Versicherte, auch Versicherte der privaten Krankenkassen können nun von den günstigeren Preisen für Arzneimittel profitieren.

Medikamentenrabatt für PKV auf Umwegen

Das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes macht es jetzt also möglich, dass gesetzliche und private Krankenkassen im Bereich der Arzneimittelversorgung gleich gestellt werden können. Grundlage ist die gesetzlich festgelegte Herstellervergünstigung von Arzneimitteln in Höhe von 16%. Allerdings besteht nach wie vor ein Unterschied, der sich auf die Abrechnung der Arzneimittelpreise bezieht. Erhalten gesetzlich Versicherte direkt in der Apotheke den mit der Krankenkassen ausgehandelten Rabatt, müssen privat Versicherte in der Apotheke nach wie vor den kompletten Preis für das Arzneimittel übernehmen. Die Krankenkasse erstattet dann diesen gesamten Betrag und kann sich die jeweiligen Rabatte später nach Vorlage des Rezeptes direkt beim Hersteller zurückholen.

Rabatt-Vergütung über „Zesar“

Damit profitieren Privatpatienten von der neuen Gesetzeslage nicht unmittelbar. Der Grund hierfür ist, dass die Abrechnung der Rabatte über die vom PKV-Verband gegründete Zentrale Stelle zur Abrechnung von Arzneimittelrabatten“, kurz Zesar, erfolgen muss. Ab dem zweiten Quartal 2011 ist es Zesar möglich, die Vergünstigungen direkt mit den Arzneimittelherstellern abzurechnen. Durch die Gründung von Zesar ist es aber möglich, den Inkassovorgang effizient und somit kostengünstig abzuwickeln, was auch im Interesse der Versicherten ist.

PKV erwartet Einsparung von rund 300 Mio

Die Belege zur Kostenerstattung werden dann an die PKV-Unternehmen weitergeleitet, die sich hieraus Mehreinnahmen in Höhe von ca. 300 Millionen Euro erhoffen. Diese Mehreinnahmen dürfen die privaten Krankenkassen nicht etwa als Gewinn verbuchen, sondern die Gelder müssen zur Stabilisierung der Beiträge eingesetzt werden. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben. Somit kommen die Arzneimittelrabatte den privat Versicherten langfristig zugute, denn stabile Beiträge oder gar eine Absenkung der Versicherungsprämien ist der Wunsch vieler Versicherten.

Weitere Artikel aus dieser Kategorie