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Umsatz-Entwicklung Apotheken 2012

Apotheker GKV Verhandlung: Protest bei Scheitern?

12. November 2012

Pharmazie

Apotheker verhandeln mit GKV-Verband

In den Verhandlungen zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung und den Apothekern gibt es offenbar keine sich anbahnende Lösung. Bereits in der ersten Verhandlungsrunde zwischen dem Deutschen Apothekerverband (DAV) und dem GKV-Spitzenverband kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung über die Finanzen. So wollten die gesetzlichen Krankenkassen die Treuhand-Zahlen nicht hinnehmen. Die Apotheker reichten daraufhin Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums (B MWi) nach.

Demnach sei eine Anpassung des so genannten Fixhonorars um 0,25 Euro gerechtfertigt gewesen. Allerdings sei eine Absenkung des Abschlages nicht gerechtfertigt, was nunmehr seitens der GKV als strittiger Punkt angesehen wird. Die gesetzlichen Krankenkassen fordern nunmehr den Apothekerverband auf, die Verhandlungen weiterzuführen. Im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen, müsste ein Schiedsspruch her. Bereits in den Verhandlungen um die Ärztehonorare kam es zu einem Schlichterspruch.

Umsätze der Apotheker gingen im September 2012 deutlich zurück

Der GKV Spitzenverband sieht sich indes als Garant für eine tragfähige Lösung an. Aus Sicht der Apotheker lässt sich die Argumentation des Apothekerverbandes durchaus nachvollziehen. So sanken Umsatz und Absatz des so genannten Apothekermarktes beispielsweise im September um 5,3 bzw. 3,8 Prozent ab. Im Zusammenhang mit dem Arzneimittel-Absatz des GKV-Marktes kam es sogar zu einem Rückgang um acht Prozent. Dies lässt sich den aktuellen Zahlen von IMS Health entnehmen.

Apotheker-Umsatz bei N-Packungen in 2012

Zum Teil hängt der Rückgang der Verkaufszahlen aber auch mit statistischen Effekten zusammen. So hatte der September zwei Arbeitstage weniger als der September 2011. Laut IMS Health sank auch der Verkauf der so genannten N-Packungen. So gingen beispielsweise die Verordnung der N3-Packungen deutlich zurück in nahezu allen anderen Monaten des Jahres stieg die Anzahl der Verschreibungen so genannter Großpackungen an, während die kleineren Medikamentenpackungen seitens der Verkaufszahlen stagnierten. Dies gilt auch für die N2-Packungen.

Umsatz mit OTC-Produkten gestiegen

Bei den so genannten OTC-Produkten erhöhte sich der Umsatz um ein Prozent auf 3 Milliarden Euro. Dennoch kam es auch hier zu einem leichten Rückgang von 0,9 Prozent. Demnach wurden nur noch 554 Millionen Stück verkauft. Infolge der statistischen Effekte des Monats September 2012 ist auch die GKV-Marktentwicklung betroffen. Ohne die Impfstoffe kam es zu einem Rückgang der Ausgaben um 6,3 Prozent, auf nunmehr 2,4 Milliarden Euro. Der Absatz ging sogar um 7,7 Prozent auf nunmehr 52 Millionen verkaufter Packungen zurück.

Versorgung der Verbraucher mit Medikamenten trotz etwaiger Proteste sichergestellt

Sollte es nunmehr zu einem Protest der Apotheker kommen, könnte dies letztlich die Verbraucher betreffen. Ein Streik der Apotheker könnte beispielsweise dazu führen, dass Verbraucher nur noch Notdienste entsprechender Apotheken in Anspruch nehmen könnten. Dennoch muss sich, ähnlich wie bei einem Ärzteprotest, kein Patient Sorgen machen, dass er nicht die notwendigen verordneten Medikamente erhält.

 

Bild: Matthias Balzer  / pixelio.de

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