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GKV

AOK: Zweitmeinungsverfahren wird ausgebaut

24. Mai 2011

 

Das in der AOK Baden-Württemberg gestartete Zweitmeinungsverfahren bei bestimmten Indikatoren wird nun auf weitere Bereiche ausgeweitet. Bisher galt das Programm nur für Fälle in der Onkologie sowie der Orthopädie. Nun soll auch das Einholen einer Zweitmeinung in der Urologie möglich werden. Seit dem Start dieses Verfahrens 2009 nutzen rund 1900 Patienten dieses Angebot.

 

Ärztliche Zweitmeinung verbessert den Therapieverlauf

In jedem 3. Fall einer Zweitmeinung, wurde der Patient nach dem Antrag einem Experten vorgestellt. In der Orthopädie erhielten rund 40 Prozent der Versicherten welche einen Antrag auf Zweitmeinung gestellt hatten ergänzende bzw. alternative Therapievorschläge. In der Onkologie waren es rund 30 Prozent. Vorstandschef der AOK, Dr. Rolf Hoberg sagte in einem Interview: „Eine ärztliche Zweitmeinung verbessert nachweislich den Therapieverlauf“. Durch das Angebot könnten sich Patienten die der Meinung sind eine falsche Behandlung erhalten zu haben, sich eine zweite Meinung einholen. Dies führe zu einer besseren Entscheidungssituation so Hoberg.

 

Programmstart für Anfang Juni geplant

Vorstandsvizepräsident Dr. Christopher Hermann erklärte, dass die Hotlines der AOK eine hohe Nachfrage zu urologischen Gesundheitsfragen erreiche. Aus diesem Grund habe man sich für eine Ausweitung des Zweitmeinungs-Verfahrens auf den Bereich der Urologie entschieden. Starten soll das Programm ab Juni, soll allerdings nicht für alle, sondern nur für bestimmte Diagnosen gelten. Dazu gehören unter anderem Versicherte mit Harninkontinenz, Prostataerkrankungen sowie diverse Diagnosen aus dem Bereich der Kinderurologie und der Neurourologie.

 

 

AOK rechnet mit 15 Zweitmeinungsanfragen pro Woche

Aktuell geht die AOK davon aus, dass sie im Laufe einer Woche rund 15 Anfragen zu Zweitmeinungen erreichen dürfte.  Deutschlandweit konnte die AOK Baden-Württemberg 6 Urologie-Spezialisten für ihr Zweitmeinungsprojekt gewinnen. Bisher erhielten Versicherte nach spätestens 2 Wochen einen Termin für eine Untersuchung bei einem Spezialisten. Dies soll auch bei den Spezialisten der Urologie so bleiben.

Das Programm der Kasse kommt an – laut einer Umfrage der AOK würden rund 90 Prozent der Befragten das Zweitmeinungsprogramm Freunden oder Bekannten empfehlen.

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