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AOK Studie zur PKV im Alter

AOK-Studie: Private Krankenversicherung für Rentner zu teuer

23. Oktober 2012

Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WidO) hat in einer Studie festgestellt, dass vielen Rentnern die private Krankenversicherung (PKV) als zu teuer erscheint. Aus diesem Grunde verzichten nach Ansicht des WIdO viele betroffene Rentner auf Leistungen oder erhöhen den Selbstbehalt. Gleichzeitig bestätigt die Studie ein weitverbreitetes Vorurteil, nämlich, dass privat Versicherte mit ihrer Krankenversicherung zufriedener sind als Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Der Abstand zwischen beiden Versicherungsformen ist allerdings nur minimal (76,6 zu 76 Prozent).

WidO: Rentner unzufriedenste Teilgruppe innerhalb der PKV

Laut der Umfrage des WidO, bei der 1000 gesetzlich und privat Versicherte ab 18 Jahren telefonisch befragt wurden, gibt es insbesondere bei den einzelnen Teilgruppen der PKV große Unterschiede. Die Beamten gelten demnach als zufriedenste Kunden der PKV. Als unzufriedenste Teilgruppe lassen sich indes die Rentner bezeichnen. Nur 63,3 Prozent der befragten Rentner waren demnach mit der PKV zufrieden.

Was auffällig ist, ist die Tatsache, dass in der Studie Vergleichsdaten zur GKV oder anderen Teilgruppen nicht genannt werden. Das WidO schließt aus den gewonnenen Erkenntnissen der Umfrage, dass die Unzufriedenheit der Rentner mit der PKV darin begründet liegen könnte, dass steigende finanzielle Kosten im Alter das Budget der Rentner zunehmend belaste.

83,5 Prozent der GKV-Versicherten würden sich wieder für ihre Krankenkasse entscheiden

Auch bei der Bindung an die jeweilige Krankenkasse treten nach Ansicht des WidO die GKV-Versicherten positiv in Erscheinung. Demnach würden sich 83,5 Prozent der Versicherten wieder für ihre Krankenkasse entscheiden, so das Ergebnis der Umfrage. Bei den Privatversicherten waren es hingegen nur 75,4 Prozent. Bei den Rentnern zeigt sich auch hier ein deutlicher Unterschied zu den übrigen befragten Teilgruppen. Lediglich etwas mehr als die Hälfte würden sich demnach wieder für ihre private Krankenversicherung entscheiden.

Bei den GKV-Rentnern waren es hingegen 86,6 Prozent. Bei der Frage, ob die Entscheidung für die jeweilige Krankenkasse „wahrscheinlich nicht“ beziehungsweise „überhaupt nicht“ noch einmal getroffen würde, lag der Anteil der privatversicherten Rentner sogar am höchsten. Lediglich die Beamten und Pensionäre, die aufgrund der geringeren finanziellen Belastung (bedingt durch Beihilfeansprüche sowie der staatlich garantierten finanziellen Absicherung) relativ sorgenfrei sein können, bezeugen eine große Zufriedenheit mit der privaten Krankenversicherung.

Verband der Privaten Krankenversicherung und Debeka bezeichneten Studie als realitätsfern

Das WidO fragte weiter, ob in diesem oder im vergangenen Jahr eine Erhöhung der Selbstbeteiligung erfolgte oder eine Einschränkung der Leistungsansprüche. Demnach hat jeder achte Privatversicherte Leistungseinschränkungen mit der PKV vereinbart. Bei den Rentnern lag der Anteil sogar doppelt so hoch. Bei den Rentnern lag zudem der Anteil derjenigen, die eine erhöhte Selbstbeteiligung vereinbart hatten bei 48,1 Prozent. Derweil bezeichneten der Verband der Privaten Krankenversicherung und die Debeka die Studie des WidO als realitätsfern.

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