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GKV

Ambulante Versorgung: Barmer-Chef stellt Forderung an Kliniken

3. Januar 2012

 Christoph Straub, Chef der Barmer GEK fordert nun die Schließung vieler Krankenhäuser in Deutschland. Seiner Meinung nach existieren in Deutschland zu viele Krankenhäuser und vor allem zu viele Krankenhausbetten. Die Kliniken sind von dieser Aussage des Chefs der größten gesetzlichen Krankenversicherung alles andere als begeistert. Empört bezeichneten sie Straubs Aussage als „völlig daneben“. Auch die Kommunen teilten die Meinung Straubs nicht. Ihrer Aussage nach herrsche teils sogar eine Unterversorgung auf dem Land, von einer Überversorgung keine Spur.

 

Ambulante Unterversorgung in Deutschland

Mit seiner Aussage machte Straub außerdem deutlich, dass das deutsche Gesundheits- und Versorgungssystem deutlich mehr Geld verschlinge als dies vergleichbare Systeme im Ausland tun würden. Mit einer Kürzung der Krankenhäuser sowie der Krankenhausbetten seien große Einsparungen möglich. Bei einer Ersetzung vieler stationärer Behandlungen durch ambulante Behandlungen sei zusätzliches Einsparpotenzial möglich. Außerdem müsse ein Vergütungssystem eingeführt werden, dass einige Leistungen gleich behandele, egal ob stationäre oder ambulante Behandlung, so Straub.

 

Klinikenschließung könnte Gesundheitssystem in Gefahr bringen

Dr. Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, konnte der Meinung der Barmer-Chefs überhaupt nichts abgewinnen. Bei der Schließung von Kliniken gerade in ländlichen Gebieten könnte die Versorgung vieler Patienten gestört und nicht mehr in vollem Umfang gewährleistet werden. Dadurch könnte nicht nur die stationäre, sondern auch  die ambulante Versorgung gefährdet werden, da es in vielen Bereichen Praxis sei, sektorübergreifend zu arbeiten, so Windhorst. Er wies außerdem auf die aktuelle Übernutzung vieler Krankenhäuser hin. Bereits jetzt müssten immer mehr Behandlungen von immer weniger Kliniken durchgeführt werden. Im Falle weiterer Kliniken-Schließungen könnte sich diese Situation noch weiter verschlechtern.

 

 

Erweiterung der klinischen Leistungsangebote

Windhorst machte weiterhin deutlich, dass im aktuellen Budget kein weiterer Platz für Einsparungen vorhanden sei. Auf die Aussagen von Kommunen und Ärzten antwortete Straub mit einer Richtigstellung: „Es gehe nicht darum, Kliniken zu schließen, sondern darum,  das ambulante Leistungsangebot an vielen Kliniken zu erweitern“. So könne eine kostengünstigere, aber dennoch effizientere und flächendeckendere Versorgung der Patienten sichergestellt werden.

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