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PKV

Allianz: Private Krankenversicherung Rechnungszins soll sinken

9. März 2011

Entgegen der Meinung des Branchenverbandes der PKV macht sich die Allianz Krankenversicherung jetzt für eine Senkung des allgemeinen Rechnungszinses stark. Nur so sei es nach Ansicht der Allianz möglich, weitere Überschüsse für die Kunden zu erwirtschaften, die dann für die Stabilisierung der PKV Beiträge im Alter verwendet werden können.

 

Allianz für Absenkung des Rechnungszins für die private Krankenversicherung

Der Rechnungszins ist die Grundlage für die Verzinsung der Altersrückstellungen der Kunden in der PKV. Der Rechnungszins gilt für alle privaten Krankenversicherungen einheitlich und wird vom Bundesfinanzministerium festgelegt. Die Obergrenze liegt aktuell bei 3,5% p.a. und entspricht demnach nicht dem aktuell niedrigen Zinsniveau. Aus diesem Grund spricht sich die Allianz Krankenversicherung als drittgrößter privater Krankenversicherer in Deutschland dafür aus, den Rechnungszins abzusenken.

 

Niedrige Zinsen erschweren das Erreichen des Rechnungszins: Beitragserhöhung der PKV droht

Der Grund für die Absenkung sei auch, dass einzelne private Krankenversicherer Mühe hätten, diesen hohen Zins zu erwirtschaften. Durchschnittlich sei dies zwar durchaus möglich, diese Renditen zu erwirtschaften, da die Gelder nicht nur am Zins-, sondern auch am Kapitalmarkt angelegt werden, dennoch hätten einige Versicherer Probleme. Sollte die erzielte Rendite jedoch unter dem Rechnungszins liegen, müssen diese PKV-Anbieter die Prämien erhöhen.

Höhere Altersrückstellungen können zu Beitragserhöhungen der PKV führen

Noch im Herbst hat der PKV-Verband allerdings die ersten Vorstöße anderer privater Versicherer bezüglich einer Absenkung des Rechnungszinses zurückgewiesen. Der Grund für die Zurückweisung ist unter anderem, dass sich die Summe der Altersrückstellungen in der PKV durch geringere Zinsen und Zinseszinsen auf Dauer reduzieren wird. Somit müssten die privaten Krankenversicherungen mehr Altersrückstellungen aufbauen, was wiederum mit einer Erhöhung der Versicherungsbeiträge verbunden wäre. Da viele Krankenversicherer jedoch bereits 2010 und Anfang 2011 ihre Beiträge erhöhen mussten, scheuen sich viele Versicherungen davor, da dies dem Image der PKV schaden könnte. Ein Statement des Branchenverbandes liegt hierzu noch nicht vor.

 

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