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Gesundheit

AIDS: HIV-Infektionen erstmals rückläufig

22. November 2011

Erstmals dürfte die Zahl der HIV-Neuinfektionen nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts rückläufig sein. Nach Angaben des Instituts dürfte die Zahl der Neuinfektionen 2011 bei rund 2700 Fällen liegen. Die Zahl der in Deutschland lebenden HIV-Patienten erhöht sich damit auf 73.000 Menschen. Da für die Infektion eine anonyme Meldepflicht besteht,  gelten die Zahlen des Robert-Koch-Institutes als sehr zuverlässig.

 

HIV Infektionen in Deutschland rückläufig

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr zeigte sich erfreut über die rückläufigen Zahlen der Infektionen. Die Präventionsarbeit in Deutschland zeige nun erstmals Wirkung, gab Bahr zu Wort. Mittlerweile habe die Zusammenarbeit von Patienten mit Ärzten eine sehr fortschrittliche Stufe erreicht. Auch die Präventions- und Aufklärungsarbeit in Deutschland sei sehr fortschrittlich, so Bahr. Zwar konnte für die gefährliche Infektionskrankheit keine Heilung gefunden werden, aber genau aus diesem Grund sei es so wichtig, eine gute Präventionsarbeit zu leisten, um die Menschen vor einer Ansteckung zu schützen. Allerdings lässt sich die Krankheit mittlerweile medikamentös  soweit behandeln, dass Patienten trotz einiger Einschränkungen gut mit der Krankheit leben können. Allerdings sollten die Menschen die Infektion nicht unterschätzt. Grund zur Sorge hat Infektiologe Professor Mathias Pletz aufgrund der aktuellen Zahlen zu Syphilis-Infektionen allemal. Diese waren während der letzten Jahre deutlich gestiegen und werden, ähnlich wie auch HIV, beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen.

 

Gute Behandlung nur bei frühzeitiger Erkennung möglich

Werde dir Infektion frühzeitig erkannt, so gebe es für die betroffenen Personen gute Chancen, in Zukunft durch eine medikamentöse Behandlung gute Ergebnisse zu erzielen. Wird die Krankheit erst spät entdeckt, kann die Infektion im schlimmsten Falle zum Tode führen. Werde ein HIV-Fall entdeckt, so werden die Patienten häufig in spezielle Kliniken, wie beispielsweise in Jena verlegt. Dort haben sich eine Vielzahl von Ärzten auf das Thema Aids/HIV spezialisiert.

 

 

2,7 Millionen Neuinfektionen in Entwicklungsländern

Die geringste Ansteckungsgefahr bzw. das Bundesland mit den geringsten Neuinfektionen ist laut Robert-Koch-Institut Thüringen. Trotzdem sollte sich Menschen beim Geschlechtsverkehr nicht auf diese Zahlen verlassen und durch Benutzen eines Kondoms das Risiko einer Infektion mindern. Bis heute sind laut Robert-Koch-Institut der Geschlechtsverkehr sowie das Benutzen einer gebrauchten Nadel im Drogenmilieu die häufigsten Gründe für eine Ansteckung. Im Vergleich zu Deutschland scheinen die Zahlen aus dem Ausland jedoch erschreckend hoch. So steckten sich alleine 2010 in Entwicklungsländern wie Asien und Afrika rund 2,7 Millionen Menschen mit dem gefährlichen Virus an. Um hier einen Rückgang verzeichnen zu können, müssten Regierungen aller Welt laut Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel weitaus mehr Geld in den Kampf gegen AIDS investieren. Die deutsche Regierung investiert laut eigenen Angaben jährlich rund 500 Millionen Euro in den Kampf gegen AIDS/HIV sowie Malaria und Tuberkulose.

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