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Gesundheit

Ärztevergleich: AOK und Barmer GEK vergeben Noten für den Arzt

4. Mai 2011

Medizinische Verständlichkeit, Freundlichkeit oder Wartezeit – all dass soll in einer Online-Datenbank zum Arztvergleich erfasst werden. Zwei der größten deutschen Versicherer, die AOK und die Barmer GEK schalten eine Internetbewertungsmöglichkeit für 30 Millionen Kunden, denen damit die Suche nach einem „guten“ Arzt erleichtert werden soll. Ärzte sehen dem mit Misstrauen entgegen und fürchten Missbrauch bei der Bewertung und somit Verzerrung beim Arztvergleich im Internet.

 

Ärztebewertung: Deutschland sucht den Superarzt

Dieser so genannte „Ärztenavigator“ soll den Versicherten helfen, einen guten Arzt zu finden und somit die Zufriedenheit der Versicherten zusteigern. Zusammen haben AOK und Barmer rund 30 Millionen Versicherte. Es handelt sich damit um die bisher größte Patientenbefragung in Deutschland. Die ermittelten Daten werden zusammen in einem Onlineportal zur Verfügung gestellt, des Weiteren war die Bertelsmann-Stiftung und die Dachverbände der Patienten- und Verbraucherorganisation an der Entwicklung beteiligt. Mit Bewertungskriterien wie Wartezeit, Organisation der Praxis oder Weiterempfehlung des Arztes sollte ein Projekt „für die Patienten jedoch nicht gegen die Ärzte entwickelt werden“ so Jürgen Graalmann, Vizechef des AOK-Bundesverbandes.

 

Vonseiten der Ärzte kommt hingegen harsche Kritik. Die Mediziner fürchten unsachliche Bewertungen und somit Patientenverlust. Auch wird das generelle Problem von Internetbewertungen angebracht, diese seien nicht nachprüfbar und kontrollierbar. Außerdem können Patienten die wichtigsten Faktoren wie Hygiene, technischer Stand der Geräte oder fachliche Kompetenz nicht beurteilen.

 

 

Beschwichtigung durch die AOK und Barmer GEK

Graalmann betonte jedoch, es handelt sich dabei nicht um eine Rangliste für Ärzte, es ginge lediglich um ein „systematisches Feedback“. Es gibt keine Möglichkeit, eine persönliche Nachricht zu hinterlassen, wodurch unsachliche Bemerkungen unterbunden werden sollen. Auch ist durch eine erforderliche Registrierung eine Mehrfachbewertung durch Patienten nicht möglich.

 

 

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