zum Inhalt

Politik

Ärztemangel: Mediziner meiden Deutschland und die Provinz

21. Februar 2011

Die Bundesregierung hat aufgrund des Ärztemangels in der Provinz entschieden, Ärzte zu fördern, die dennoch auf dem Land arbeiten wollen. Aktuell sind jedoch zahlreiche ländliche Ärzte unzufrieden, wie eine repräsentative Umfrage jetzt zeigte.

Umfrage: Ärztemangel auf dem Lande führt zu Versorgungsproblemen

In einer Umfrage, die vom Forschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag der Commerzbank kürzlich durchgeführt wurde, wurden insgesamt 300 niedergelassene und angestellte Ärzte befragt. Wie die bereits in der Vergangenheit durchgeführten Studien wirft auch diese Umfrage wiederum einen Blick auf zwei zentrale Probleme. Dies ist zum einen der Ärztemangel in der Provinz.

Ärzte zieht es in die Städte

Rund 90% der befragten Ärzte geht davon aus, dass es in kurzer Zeit zu Versorgungsproblemen in ländlichen Regionen kommen wird. Wie die Umfrage ergab, würden sich von den befragten Ärzten etwa 42 Prozent in einer Großstadt niederlassen, nur rund 36 Prozent hingegen würden sich für die Kleinstadt entscheiden. Eine Lösung könnten Ärztezentren und Gemeinschaften sein, die etwa drei Viertel der Befragten präferieren würden.

Viele junge Mediziner wandern ins Ausland ab

Ein weiteres Problem ist die häufig gewünschte Abwanderung ins Ausland. Ärzte, die eine berufliche Veränderung planen, zieht es in vielen Fällen ins benachbarte Ausland. Der Grund hierfür ist nicht nur die oft bessere Bezahlung im Ausland, sondern auch die meist positiveren Arbeitsbedingungen. Im Jahr 2009 kehrten bereits mehr als 2.500 Ärzte Deutschland den Rücken. Vor allem junge Ärzte kehren wandern aus, um im Ausland bessere Bedingungen vorzufinden. Dies jedoch wird die Versorgung in Deutschland in den kommenden Jahren stark beeinflussen. Schon heute liegt das Durchschnittsalter der Ärzte in Deutschland bei 52 Jahren. Viele dieser Ärzte werden in den kommenden Jahren in den Ruhestand wechseln, rund 7.000 Hausärztestellen könnten nicht neu besetzt werden.

Förderung von Medizinstudenten geplant

Die Bundesregierung plant jetzt, diese Situation zu verbessern. Zwar wurden noch keine konkreten Maßnahmen beschlossen, allerdings wären neben Investitionszuschüssen auch Vergütungszuschläge und die Förderung von Studenten möglich.

Weitere Artikel aus dieser Kategorie