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Politik

Ärztemangel laut Vdek hausgemacht

31. Mai 2011

In den letzten Monaten stand es immer wieder in den Medien. Es gibt für das deutsche Volk immer weniger Ärzte. Besonders auf dem Land ist der Ärztemangel ein großes Problem, so die deutsche Ärzteschaft. Doch behauptet nun Thomas Ballast, Vorsitzender des Verbandes der Ersatzkassen (vdek), dass es angeblich zu viele Ärzte in Deutschland gebe. Die Diskussion entfacht also, pünktlich zum deutschen Ärztetag in Kiel, erneut.

 

Ärzte fühlen sich überfordert und allein gelassen

Trotz der Äußerung von Thomas Ballast: Die Ärzteschaft bleibt bei ihrer Meinung. Sie verschärft sie sogar. Laut einer Prognose wird es schon in 20 Jahren einen immensen Ärztemangel in Deutschland geben. Knapp 50.000 Ärzte fehlen dann. Frank-Ulrich Montgomery, Vizepräsident der Bundesärztekammer, erläuterte die Gründe dafür. Vor allem die verhältnismäßig schlechten Arbeitsbedingungen sind ein Grund dafür, dass immer mehr Mediziner ihr Glück im Ausland suchen.

 

Junge ärzte und Mediziner wandern aus

Im letzten Jahr sollen es nahezu 3.500 Ärzte gewesen sein, die aus beruflichen Gründen auswanderten. Laut Montgomery entsteht dadurch ein Teufelskreis: Die Stellen in deutschen Krankenhäusern werden durch die Abwanderung der deutschen Ärzte immer mehr durch ausländische Mediziner besetzt. Dies wirkt sich auf die Behandlung der Patienten aus, allein schon die sprachlichen Unterschiede bilden eine große Behinderung.

 

„Überangebot an Ärzten“ und kein Ärztemangel

Der Vorsitzende des vdek beruft sich bei seiner Aussage auf die Zahlen des vergangenen Jahres. So kamen 2010 auf 100.000 Einwohner 397 Mediziner – ein neuer Höchststand. Im Vergleich zu den letzten 20 Jahren ist dies ein Zuwachs von 31 Prozent. Besonders in den Städten herrscht, laut Thomas Ballast, ein großes Überangebot an Ärzten. Mit mehr Flexibilität der Ärzte wäre der Mangel auf dem Land und damit das strukturelle Ungleichgewicht zu bewältigen.

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