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Politik

Ärzteatlas: Laut AOK WIdO kein Ärztemangel in Deutschland

11. Mai 2011

Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) behauptet, mit Verweis auf den aktuellen Ärzteatlas 2011, dass in Deutschland gar kein Ärztemangel herrscht. Im Gegenteil – es wären eigentlich zu viele. Das Problem: Die Mediziner in Deutschland sind nur sehr ungleichmäßig verteilt.

 

Statistisch gesehen herrscht Überversorgung und kein Ärztemangel

Die Entwicklung der vergangenen 30 Jahre zeigt, dass es seit Mitte der 70er Jahre einen permanenten Zuwachs an Ärzten gegeben hat. In den 70ern gab es gerade halb so viele Ärzte wie heute und seit Anfang der 90er ist die Zahl der Ärzte nochmals um ein Drittel gestiegen. 397 Ärzte auf 100.000 Personen gab es im Jahr 2010, ein absoluter Rekord und auch im Jahr 2011 wird dieser Wert weiter steigen. Hauptsächlich bei Fachärzten wird die Zahl der zugelassenen Ärzte in fast allen Bereichen der Bedarfsplanung erreicht oder gar überschritten. Bei Internisten und Chirurgen wird der Bedarf mehr als gedeckt, bei Orthopäden werden 98 Prozent erreicht.

 

Ähnlich die Situation in anderen Sparten. Bei den Hautärzten liegt die Quote bei 92 Prozent und Gynäkologen bei 95 Prozent. Auch im immer wieder hoch gehandelten Bereich der Hausärzte liegen 312 der 395 Planungsbereiche über dem Soll, 182 sind gar überversorgt – dies heißt der notwendige Versorgungsgrad liegt bei über 110 Prozent. Jedoch zeigt sich gerade bei Hausärzten eine Lücke zwischen ländlichen und städtischen Gebieten. Während auf dem Land eine teilweise drastische Unterversorgung herrscht, sind in größeren Ballungsgebieten massive Überversorgungen zu erkennen.

 

AOK WIdO: Zahlen sprechen eindeutige Sprache

Die Zahlen des WIdO sprechen eine eindeutige Sprache. Der immer wieder zitierte Mangel an Ärzten ist weniger auf das fehlen qualifizierter Mediziner zurückzuführen. Vielmehr lassen sich Ärzte vornehmlich dort nieder, wo mit einem höheren Einkommen durch eine hohe Patientenquote zu rechnen ist. Vielleicht sollte das Gesundheitsministerium eher hier den Hebel ansetzen.

 

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