zum Inhalt

PKV

Abschaffung von Pflege-Bahr?

25. Februar 2014

Zusätzliche Pflegeversicherung nötig?

Zusätzliche Pflegeversicherung nötig?

Die Linken wollen im Bundestag durchsetzen, dass der sogenannte Pflege-Bahr abgeschafft wird. Ein entsprechender Antrag wurde am gestrigen 24.2.14 im Bundestag gestellt. Hintergrund: die monatlichen Pflegekosten steigen von Jahr zu Jahr an, doch die Pflegeversicherung besteht aus einem Teilleistungsprinzip, was nach Ansicht der Linken-Politiker abgeschafft werden sollte.

 

Immer schlechtere Versorgung durch die gesetzliche Pflegeversicherung

Als sie im Jahr 95 eingeführt wurde, sollte die gesetzliche Pflegeversicherung vor Armut schützen, wenn man ein Pflegefall wird. Doch davon sind wir momentan weit entfernt. Weniger als die Hälfte des nötigen Geldes kommt in den meisten Fällen von der gesetzlichen Versicherung. Vor allem durch steigende Kosten ist dieses Problem entstanden.

Keine Weiterentwicklung der Leistungen

Während die Kosten immens angestiegen sind, wurden die Leistungen von 1995 bis 2008 nicht erhöht. Die Konsequenz: oft reichen Rente, Vermögen und gesetzliche Pflegeversicherung nicht aus, um die Kosten zu decken. Es muss Sozialhilfe beantragt werden. Die Zahl derer, die auf diese zusätzliche Hilfe angewiesen sind, ist in den letzten 10 Jahren immer weiter angestiegen. Fast 3,6 Millionen Euro kostete den Staat die Sozialhilfe, die aus diesem Grund beantragt wird.

Pflege-Bahr und was dahinter steckt

Das Pflegezusatzkonzept mit staatlicher Förderung, auch Pflege-Bahr genannt, wird von den Linken als ungeeignet kritisiert. Der PKV-Verband hat ermittelt, dass das Durchschnittsalter bei Eintritt in diese Versicherung bei 28 Jahre liegt. Derzeit beträgt die Mindestleistung in der Pflegestufe III 600 Euro. Doch was ist dieser Betrag in Zukunft noch wert? Eine Dynamisierung kann, muss aber nicht abgeschlossen werden. Die Pflege-Bahr-Verträge werden zudem von Gutverdienern abgeschlossen – das Ergebnis ist eine weitere soziale Spaltung.

Neuer Gesetzentwurf wird verlangt

Die Linken haben konkrete Vorstellungen, wie es besser laufen könnte: die staatliche Förderung, die derzeit die ergänzende private Pflegeversicherung unterstützt, soll abgeschafft werden. Außerdem sollten die Versicherten die Möglichkeit erhalten, den Zusatzvertrag rückabzuwickeln, ohne dass ihnen Nachteile entstehen. Die Zahl der so zusätzlich Versicherten beträgt derzeit über 300.000.

Anpassung der Leistungen dringend nötig

Außerdem umfasst die Forderung der Linken eine Anpassung der Leistungen in der gesetzlichen Pflegeversicherung. Dabei sollte man sich dringend an den geforderten Zahlungen für Heime und sonstige Pflegeleistungen orientieren. Weiterhin schlägt man per Gesetzentwurf vor, dass die Dynamisierungsregeln vorsehen sollen, sich zu zwei Dritteln an der Lohnentwicklung und zu einem Drittel an der Preisentwicklung zu orientieren und damit ein vernünftiges Verhältnis zu bilden. Eine langfristige Abschaffung des Teilungsprinzips ist dabei ebenfalls gefordert worden.

Hintergrundwissen zu „Pflege-Bahr“

Bei der Versicherung handelt es sich um eine Pflegetagegeldversicherung, die von diversen Versicherungsunternehmen angeboten wird. Ihren Namen erhielt sie vom damaligen Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr, der zur Einführung der Versicherung im Amt war. Bei dieser Art der Versicherung wird bei festgestellter Pflegestufe ein täglicher, fester Betrag gezahlt, unabhängig davon, von wem Pflegeleistungen in Anspruch genommen werden.

Förderung des Pflege-Bahr

Unter den angebotenen Policen dieser Art sind einige als förderfähig eingestuft worden. Dies bedeutet: zahlt der Versicherte mindestens 10 Euro monatlich auf einen solchen Vertrag ein, bekommt er monatlich 5 Euro an staatlichen Zuschüssen. Alle Versicherungsgesellschaften, die diese Policen anbieten, müssen jeden Versicherten aufnehmen. Es gelten keine Ausschlüsse aufgrund von Alter oder Vorerkrankungen.

Weitere Artikel aus dieser Kategorie